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Unterhaltung

Die neue Scheibe „Bolero“ von den Vamos

Das neue Album der Schlager-Brüder aus Isselburg und Bocholt besticht durch Stilreichtum und eine perfekte Produktion.

Freitag, 15. Juni 2018 - 10:18 Uhr

von Jan Rottmann

Das neue Album der Schlager-Brüder aus Isselburg und Bocholt besticht durch Stilreichtum und eine perfekte Produktion.

Foto: Privat

Die Brüder Dieter und Mathias Wosnica nehmen DJ Jörg Honsel in die Zange.

Liebe Musikfreunde,

die Brüder Dieter und Mathias Wosnica aus Werth beziehungsweise Bocholt habe ich in den vergangenen Jahren unter anderem bei der „Mega-Schlager Festzeltrakete“ in der Bayern-Festhalle auf der Bocholter Kirmes immer wieder live erlebt.

Bevor die beiden sich „Vamos“ nannten, traten sie unter anderem als „Brille & Bratze“ auf. Ich habe damals gedacht: Wie kann man sich nur so einen Künstlernamen geben? Vielleicht lag es auch daran, dass ich irgendwie skeptisch war, als ich ihre CD „Bolero“ in den CD-Player legte.


Michael Holm schrieb Song für die beiden!

Aber ganz ehrlich: Ich habe in der letzten Zeit selten ein solch abwechslungsreiches und perfekt produziertes Schlageralbum zu hören bekommen. Für mich persönlich passt da einfach ALLES. Schon die erste Singleauskopplung „Layana“ bringt mit ihren Steeldrums und den fantastischen Stimmen von Dieter und Mathias einfach nur perfektes Sommerfeeling rüber. Kein Geringerer als Michael Holm, einer der erfolgreichsten Schlagersänger, Komponisten und Produzenten, hat diesen Song eigens für „Vamos“ geschrieben. Mit „Tu mi piaci“ geben die beiden dann so richtig Gas. Der Titel „Nie mehr Bolero“ wurde 1989 vom holländischen Sänger Gerald Joling als Ballade veröffentlicht. Karel Gott hat das Lied mit seiner Tenorstimme sehr erfolgreich auf Deutsch gesungen. Anders als im Original gibt es sofort zu Beginn ein Schlagzeug. Es klingt nicht, wie in vielen anderen Schlager-Coverversionen, aufdringlich und vordergründig, sondern sehr zurückgenommen. Passend dazu hört man spanische Gitarren, und im Refrain sind die Stimmen der beiden Brüder in der Tenorlage absolut überzeugend und glasklar. Das habe ich so nicht erwartet. Für mich einfach eine absolut perfekte Coverversion. Jetzt muss man aber auch dazu sagen, dass mit Stefan Pössnicker ein erstklassiger Profi am Mischpult saß. Er produzierte unter anderem DJ Ötzi, Hansi Hinterseer, Andreas Gabalier, Andrea Berg, Fantasy, Beatrice Egli und viele mehr.

Diese Qualität merkt man der CD von der ersten bis zur letzten Sekunde an. Auch der Schlagerstar Sandy Wagner (unter anderem bekannt durch „Rhythmus der Nacht“, „Segelboot im Abendrot“ „Baby I Love You“) war als Co-Produzent und Vocal-Coach der Brüder am Album beteiligt. Bei „Cleopatra“ mit seinen leichten Bongotrommeln und einem arabisch klingenden „Heheheh“ fühlt man sich sofort, als wäre man in Ägypten. „Aber der Traum war sehr schön“ kommt leicht swingend daher und erinnert an die Songs von Barry Manilow.

Sie mögen die Musik von Klubbb3? Dann wird Ihnen „Norderney“ auf Anhieb gefallen. Mehr schreibe ich nicht dazu, das sollten Sie sich einfach einmal selbst anhören. Auch die Coverversion von Julio Iglesias „Wenn ein Schiff vorüberfährt“ wurde meiner Meinung nach als Slowfox-Nummer erstklassig umgesetzt.

Ihrem Vater, der eine ausgebildete Tenorstimme hatte und viele Instrumente spielte, haben Dieter und Mathias „Nessun Dorma“ gewidmet. Und das in der Live-Fassung eines Auftritts bei der „Schlagernacht in Weiß“ in Döckingen. Können Schlagersänger wirklich eine solche Arie singen? Und wie sie können! Ich sitze hier immer noch kopfschüttelnd! Was für ein Album!

Übrigens: Am 7. Juli können Sie „Vamos“, Sandy Wagner, die Bocholter Schlagersängerin Tanja Sommer, die Weseler Schlagerbillys „The Rebell Tell Band“ aber auch „die Amigos“, Bernhard Brink und viele weitere bekannte Künstler bei der „4. Schlagernacht in Weiß“ in Döckingen, einem kleinen Ort in Mittelfranken, live erleben.

Schönes Reinhören wünscht

Ihnen wie immer, Jörg Honsel