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Unterhaltung

Italienisches Temperament auf nordfriesischer Insel

„mein Buchtipp“ im StadtKurier

Freitag, 2. November 2018 - 11:58 Uhr

von Anja Frembgen

Bibliothekarin Melanie Tenhumberg von der Stadtbibliothek Bocholt rezensiert in ihrem aktuellen Buchtipp den Sylt-Krimi „Wellenbrecher“ von Gisa Pauly.

Foto: Angéla Vicedomini

Auch in ihrem zwölften Sylt-Krimi besucht die italienische Mamma Carlotta ihren etwas schrulligen Schwiegersohn im hohen Norden. Dort freut sich die selbst ernannte Miss Marple von Sylt sehr, dass ihre Enkelin Carolin gerade eine Ausbildung zur Hotelfachfrau in Wenningstedts feinster Adresse begonnen hat. Genau hier, im Hotel „Frangitti“ (auf Deutsch „Wellenbrecher“) trifft Mamma Carlotta eine ehemalige Schulfreundin wieder. Als ein Kellner des Hotels spurlos verschwindet, wird ihr Schwiegersohn, Hauptkommissar Erik Wolf, mit den Ermittlungen beauftragt.

Wenig später wird der Angestellte des Hotels ermordet aufgefunden – Mamma Carlottas Neugier ist geweckt und zusammen mit ihren Freunden Tove und Fietje beginnt sie zu ermitteln. Die Spur des Mörders führt bis nach Italien, sodass die Staatsanwältin Carlotta offiziell als Übersetzerin in die Ermittlungen einbindet und zusammen mit ihr nach Italien fliegt. Derweil entdeckt Carolin im Hotel einen zwielichtigen Mann, der sich dort ständig versteckt. Hat die Mafia mit diesem Mord zu tun? In den turbulenten Sylt-Krimis von Gisa Pauly prallt das Temperament von Mamma Carlotta auf die Mentalität der Inselbewohner, sie entspricht ganz dem Klischee einer italienischen „Nonna“: temperamentvoll, herzlich, unablässig plaudernd, ausgestattet mit einem köstlichen Vokabular und immerzu am Kochen. Im krassen Gegensatz hierzu dazu steht ihr Schwiegersohn Erik, der eher wortkarg und verschlossen daher kommt. Von Mamma Carlottas impulsiver und leidenschaftlicher Art ist er leicht genervt. Ihr Drang, sich ständig in polizeiliche Ermittlungen einzumischen macht ihr Verhältnis nicht unbedingt einfacher.

Gisa Pauly lädt ihre Leser in jedem ihrer Krimis auf eine literarische Entdeckungstour über die Insel ein, ihre bildstarken Beschreibungen bringen den rauen Charme von Wind, Sand und Meer der ostfriesischen Inseln gut herüber und machen sofort Lust auf einen Urlaub an der Nordsee.

Gisa Pauly hängte nach zwanzig Jahren den Lehrerberuf an den Nagel und veröffentliche 1994 das Buch „Mir langt‘s – eine Lehrerin steigt aus“. Seitdem lebt sie am liebsten auf Sylt oder in Italien. Ihre turbulenten Sylt-Krimis um die temperamentvolle Mamma Carlotta erobern regelmäßig die Spiegel-Bestsellerliste, genauso wie ihre erfolgreichen Italien-Romane. Gisa Pauly wurde mehrfach ausgezeichnet, darunter mit dem Satirepreis der Stadt Boppard und der Goldenen Kamera des SWR für das Drehbuch „Déjávu“.

Im Rahmen der neuen Literatur-Veranstaltungsreihe „Bocholt liest“, die in Kooperation von Stadtbibliothek, Volkshochschule und den örtlichen Buchhandlungen stattfindet, wird Gisa Pauly am Dienstag, 6. November, in Bocholt zu Gast sein. Um 19.30 Uhr liest sie im Bücherturm der Stadtbibliothek aus ihrem zwölften Sylt-Krimi „Wellenbrecher“. Dank einer großzügigen Spende der Mayerschen Buchhandlung ist in der Lesungspause eine kleine Verköstigung mit italienischen Häppchen und Wein geplant.

Mit einem weinenden und einem lachenden Auge weißt das Team der Stadtbibliothek Bocholt darauf hin, dass die Lesung mit Gisa Pauly dank der großen Nachfrage inzwischen ausverkauft ist.

Viel Spaß beim Lesen

wünscht Ihnen

Bibliothekarin Melanie Tenhumberg

der Stadtbibliothek Bocholt

Alle im StadtKurier vorgestellten Bücher können in der Stadtbibliothek Bocholt, Hindenburgstraße 5, während der Öffnungszeiten (dienstags und donnerstags, 10 bis 12 Uhr und 14 bis 19 Uhr, mittwochs und freitags von 10 bis 12 Uhr und 14 bis 18 Uhr sowie samstags, 10 bis 13 Uhr) ausgeliehen werden.

Foto: PD