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Unterhaltung

Nur drei Worte – Love, Simon

„mein Buchtipp“ im StadtKurier

Dienstag, 4. Dezember 2018 - 14:29 Uhr

von Alexandra Knop

„Bewegend, herzerwärmend, vielschichtig“ – so findet Bibliothekarin Anja Frembgen die Geschichte eines ungeplanten Outings. Sie hat den mit dem deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichneten Roman „Nur drei Worte“ gelesen – auch bekannt als „Love, Simon“.

Was Simon über Blue weiß: Er ist witzig, sehr weise, aber auch ein bisschen schüchtern. Und ganz schön verwirrend. Was Simon nicht über Blue weiß: WER er ist.

Die beiden gehen auf dieselbe Schule und tauschen schon seit Monaten E-Mails aus, in denen sie sich die persönlichsten Dinge gestehen. Simon spürt, dass er sich langsam, aber sicher in Blue verliebt, doch der ist noch nicht bereit, sich mit Simon zu treffen. Denn Blue ist ein Junge. Und niemand weiß, dass er schwul ist.


Erpressung von Mitschülern

Dann fällt eine der E-Mails in falsche Hände – und plötzlich steht Simons Leben Kopf. Das, was als innige Brieffreundschaft beginnt, und sich langsam zu einer ersten Verliebtheit entwickelt, wird schnell zur Zerreißprobe. Simon wird von einem Mitschüler erpresst und schließlich zu seinem Coming-Out gezwungen. Ein Schritt, zu dem Simon zwar innerlich bereit war, dessen Zeitpunkt sowie Art und Weise er dennoch gerne selbst bestimmt hätte. Natürlich weiß auch Blue nun, wer Simon ist. Dennoch ist er nicht bereit, sich selbst zu outen und Simon seine Identität zu verraten. Zu groß ist seine Angst vor der Meinung der Mitschüler.

Für Simon beginnt währenddessen eine Leidenszeit. Er wird bedroht, beschimpft, bemitleidet und einfach jeder an der Schule spricht über ihn. Selbst die tiefe Freundschaft zu seinen besten Freunden wird erschüttert, da diese ihm fehlendes Vertrauen vorwerfen.

So findet sich Simon allein in einer völlig anderen Welt wieder und tut sein Bestes, um sein Leben wieder in den Griff zu kriegen. Es gilt nun, allen zu zeigen, dass wirklich jeder, ganz unabhängig von seiner oder ihrer sexuellen Orientierung, ein Recht auf Gleichbehandlung verdient und dass jede Liebe auf ihre Weise wunderschön ist.


Mehr als eine einfache Liebesgeschichte

Dieses Buch ist jedoch viel mehr als eine einfache Liebesgeschichte. Es ist ein Buch über die erste Liebe, unerschütterliche Freundschaft, aufkeimende Eifersucht und den Mut, zu sich selbst zu stehen, egal was andere von einem halten. Es zaubert beim Lesen ein Lächeln aufs Gesicht und bereitet einem Bauchkribbeln. Man lacht und weint, liebt und leidet mit den Charakteren.

Zwischen den Zeilen vermittelt es dabei dennoch eine wichtige Botschaft, wobei die Autorin vollkommen auf den erhobenen Zeigefinger verzichtet und uns auf sehr humorvolle Weise durch Simons verrücktes Teenagerleben führt. Währenddessen fängt der Leser ganz automatisch an, unsere moderne Gleichberechtigung zu hinterfragen.

Becky Albertalli ist es in ihrem Roman wie nur wenigen anderen zuvor gelungen, sich in Jugendliche hineinzuversetzen und ihre Gefühlswelt so verständlich darzustellen. Dennoch ist es nicht nur ein Buch für Jugendliche, sondern für alle, die Spaß an einer richtig guten Geschichte über Freundschaft, Mut und Tapferkeit haben.

Der mit dem deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnete Roman wurde im Sommer 2018 sehr erfolgreich unter dem Titel „Love, Simon“ verfilmt. Eine Fortsetzung des Romans ist auf dem englischen Buchmarkt bereits im April 2018 unter dem Titel „Leah on the Offbeat“ erschienen und lässt auch auf Deutsch hoffentlich nicht mehr lange auf sich warten.

Infos zum Buch:

Autor: Becky Albertalli

Titel: Nur drei Worte – Love, Simon Verlag: Hamburg: Carlsen, 2018

Seiten: 334

ISBN: 978-3-551-31752-0

Preis: 8.99 Euro

Alle im StadtKurier vorgestellten Bücher können in der Stadtbibliothek Bocholt, Hindenburgstraße 5, während der Öffnungszeiten (dienstags und donnerstags von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 19 Uhr, mittwochs und freitags von 10 bis 12 Uhr und 14 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 13 Uhr) ausgeliehen werden.

Foto: SYSTEM