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Unterhaltung

Polizei: Hoverboards nichts für den Straßenverkehr

Gefährlicher Spaß

Freitag, 12. Januar 2018 - 09:53 Uhr

von Christian Vosgröne

So genannte Hoverboards sind nicht ohne Risiken – nicht zuletzt wegen fehlendender Zulassung und fehlendem Versicherungsschutz!

Foto: DEKRA SE

So genannte Hoverboards sind nicht ohne Risiken – nicht zuletzt wegen fehlendender Zulassung und fehlendem Versicherungsschutz, warnt auch die DEKRA.

Die Polizei hat in Rhede Ermittlungen gegen eine Mutter eingeleitet, die ihre beiden Kinder am Montagnachmittag mit sogenannten Hoverboards auf der Krechtinger Straße fahren ließ. „Die Benutzung stellt eine Straftat dar, da die Boards eine Geschwindigkeit von mehr als sechs Stundenkilometern aufgewiesen haben“, so die Beamten. Die Mutter müsse nun mit einem Strafverfahren rechnen.

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Aufgrund des aktuellen Vorfalls hat die Polizei einige Informationen zusammengetragen:

Was ist überhaupt ein Hoverboard?

Polizei: Es handelt sich bei einem Hoverboard oder auch Hyerboard um ein elektrisch angetriebenes zweirädriges und zugleich zweispuriges Board. Der Benutzer steht freihändig auf einer zwischen den Rädern befindlichen Trittfläche, wobei dieser durch Gewichtsverlagerung das Board beschleunigt, bremst und lenkt.

Wie sind die Geräte rechtlich einzuordnen?

Polizei: Nach Herstellerangaben erreichen die elektrisch angetriebenen Boards oft eine bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit von mehr als sechs Stundenkilometern. Rechtlich gelten sie dann als Kraftfahrzeuge, unterliegen den Vorschriften der „Fahrzeug-Zulassungsverordnung“, der „Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung“, dem Pflichtversicherungs-, Fahrerlaubnis- und Steuerrecht. Aufgrund nicht vorhandener Bremsen, Beleuchtung und einer fehlenden Lenkeinrichtung können Hoverboards keine „Straßenzulassung“ erhalten.

Die Folge: Ein Hoverboard mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von mehr als sechs Stundenkilometern darf im öffentlichen Verkehrsraum nicht genutzt werden! Auf die gefahrene Geschwindigkeit kommt es dabei nicht an.

Was ist noch zu beachten?

Polizei: Nach dem Pflichtversicherungsrecht müsste für zulassungspflichtige Kraftfahrzeuge ein gültiger Haftpflichtversicherungsvertrag bestehen. Eine derartige Versicherung wird jedoch seitens der Versicherer bislang nicht angeboten. Bei einem möglichen Unfallschaden verweigert die private Haftpflichtversicherung generell eine Schadensregulierung, da dieser durch ein Kraftfahrzeug verursacht wurde. Wird das Hoverboard ohne eine gültige Kraftfahrzeugversicherung im öffentlichen Straßenverkehr geführt, begeht der Fahrer oder auch derjenige, der den Gebrauch des Fahrzeugs gestattet, eine Straftat.

Im öffentlichen Straßenverkehr benötigt der Nutzer eines Hoverboards (ab sechs Stundenkilometern) eine Fahrerlaubnis, der sogenannten Motorradklassen oder der Klasse B. Ist die erforderliche Fahrerlaubnis nicht vorhanden, begeht der Nutzer und auch der Fahrzeughalter eine Straftat gemäß §21 I Nr. 1 Straßenverkehrsgesetz (StVG). Die Nutzung eines nicht zugelassenen Hoverboards im öffentlichen Straßenverkehr kann zudem zu steuerrechtlichen Forderungen führen.

Wozu raten Sie?

Polizei:

1. Nutzen Sie Hoverboards nur auf Privatgrundstücken beziehungsweise lassen Sie dort nur eine Nutzung zu;

2. Beugen Sie schweren Verletzungen durch das Tragen einer Schutzkleidung/eines Helms vor;

3. Beachten Sie die Produktbeschreibung des Herstellers;

4. Informieren Sie sich vor dem Kauf eines „Hoverboards“ über die verkehrsrechtlichen Bestimmungen.-ots/chv-