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Auch Dirk Nienhaus ist unter den Finalisten mit dabei

„Ceres Award“ – Landwirt des Jahres 2018

Freitag, 29. Juni 2018 - 15:11 Uhr

von von Alexandra Knop

Auch der Schweinehalter Dirk Nienhaus gehört zu den 30 besten Landwirten Deutschlands. Im Juli ist die Jury auf seinem Hof zu Besuch.

Foto: Alexandra Knop

Dass es in Deutschland viele gute Landwirte gibt, das ist schon bekannt, aber wie gut unsere Bocholter Landwirte sind, zeigt sich jetzt einmal mehr, denn Anke Knuf und Dirk Nienhaus haben es beim „Ceres Award“ unter die 30 besten Landwirte aus 180 Bewerbungen geschafft. Der Award, der von dem Deutschen Landwirtschaftsverlag einmal im Jahr vergeben wird, würdigt die Landwirte, die Außergewöhnliches leisten und sich ihrer Verantwortung für Mitmenschen, Tiere und Umwelt bewusst sind. Neben dem Gesamtsieger, dem „Landwirt des Jahres“ werden Sieger in zehn Einzelkategorien gekürt. Anja Knuf hat sich – wie bereits hier berichtet – in der Kategorie Unternehmerin beworben, während Dirk Nienhaus in der Kategorie Schweinehalter sein Glück versucht.

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Und siehe da, beide sind unter die letzten drei in ihrer Kategorie gekommen und werden jetzt im Juli von verschiedenen Jurorenteams auf ihren Höfen beurteilt. Als Preisgeld winken dem Gesamtsieger 10 000 Euro für ein Projekt, welches das Ansehen der Landwirtschaft fördert, in den Einzelkategorien gibt es immerhin 1000 Euro für die Sieger.

Darauf hofft der Schweinehalter Dirk Nienhaus, der 2006 in den elterlichen Betrieb eingestiegen ist. Mit über 4000 Schweinen, verteilt auf drei Höfen, gehört die Familie Nienhaus damit schon zu einem der größeren Mastbetriebe in der Region. Dazu bewirtschaftet die Familie 110 Hektar Land und hat noch 90 Mastbullen in ihrem Besitz.

Die Schweinhaltung ist ein sogenanntes geschlossenes System, das bedeutet, dass die Tiere, die in dem Betrieb geboren, dort auch gemästet werden. Frisch dazu kommen nur Muttertiere und Samen. Im Jahr werden hier um die 7000 Mastschweine verkauft.

Da es in der Schweinehaltung immer wieder Berichte über Verstöße und Tierquälerei gibt, öffnet Dirk Nienhaus seinen Hof für Besucher, die sich so selbst ein Bild von seinem Betrieb und seiner Arbeit machen können:

Zum einen können sich Schulklassen, Kindergärten oder Besuchergruppen den Hof ansehen und zum anderen hat der 40-Jährige seine Öffentlichkeitsarbeit verstärkt. Das bedeutet, dass er sich, seinen Hof, seine Tiere und sein Team filmt und dann bei Facebook, YouTube und Instagram unter „Bocholter Landschwein“ für alle sichtbar hochlädt. Dabei wird dann auch zum Beispiel das – oft diskutierte – Schwanz kupieren gezeigt oder auch, wie die Tiere gehalten werden.

Natürlich bekommt er dabei nicht immer positives Feedback. „Ich kann die Verbraucher verstehen, denn das Thema Landwirtschaft und gerade die Tierhaltung ist so komplex, und viele Informationen, zum Beispiel wie unkompliziert und stressfrei eine Schweineverladung bei uns abläuft, wissen viele gar nicht“, erklärt der Landwirt.

Dirk Nienhaus, der auch bei der Initiative „Tierwohl“ und „QS-geprüft“ mitmacht, möchte mit seinen Veröffentlichungen zeigen, dass eine Massentierhaltung (= viele Tiere in vielen Ställen) auch anders sein kann, nämlich tiergerecht. Dafür wurde er kürzlich mit einem „Sonderpreis der Landwirtschaft“ der Sparkasse Westmünsterland und der Landwirtschaftskammer ausgezeichnet.

Am 18. Oktober wird in Berlin bekannt gegeben, ob die Hofkonzepte von Dirk und Anke die Jury überzeugt haben und sie zu den Gewinnern gehören oder sich gar „Landwirt des Jahrs 2018“ nennen dürfen – wir drücken die Daumen.

Foto: Alexandra Knop