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Flender 24 Stunden „stillgelegt“

Warnstreik der IG Metall erreicht neuen Höhepunkt

Freitag, 2. Februar 2018 - 10:55 Uhr

von Christian Vosgröne

Foto: Christian Vosgröne

Gewerkschaftler halten Wache vor dem Haupteingang.

Freitagmorgen, 9 Uhr: Vor dem Flender-Haupteingang sind Feuerkörbe und Pavillons aufgestellt. Musik schallt aus Lautsprechern und wer möchte, dreht einmal am Glücksrad. Streikparty!

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Seit nunmehr drei Stunden ist der „Wachposten“ durch IG Metall-Mitglieder besetzt, Ihre Aufgabe: Mitarbeiter aufhalten, die trotz des 24-stündigen Streiks arbeiten wollen. In Gesprächen wird versucht, sie vom Gegenteil zu überzeugen. Der Betrieb selbst läuft auf Sparflamme. Eine Notbesetzung ist vor Ort.

Rund 150 Meter entfernt hat die IG Metall Bocholt ihre Zelte in der Gaststätte „Zur Glocke“ aufgeschlagen. Beschäftigte erhalten hier alle nötigen Unterlagen für ihre Lohnersatzleistungen.

Mit dem Ausstand, an dem sich in dieser Woche in ganz Nordrhein-Westfalen mehrere Zehntausende Beschäftigte beteiligen, hat der Tarifstreit in der Metall- und Elektroindustrie einen neuen Höhepunkt erreicht. Die Gewerkschaft fordert sechs Prozent mehr Lohn für die Mitarbeiter sowie die Möglichkeit, die Wochenarbeitszeit etwa für Angehörigenpflege oder Kinderbetreuung zeitweise auf 28 Stunden begrenzen zu können – Lohnausgleich inklusive.

Das Angebot der Arbeitgeber lag zuletzt bei zwei Prozent. Bundesweit haben Firmen Klage gegen die Streikmaßnahmen der IG Metall eingereicht, weil sie einen hohen wirtschaftlichen Schaden befürchten.

Foto: Christian Vosgröne

Foto: Christian Vosgröne

Foto: Christian Vosgröne