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lokal & aktuell

Kalle Pohl in der Alten Molkerei

mein StadtKurier-Redakteur Jan Rottmann sprach mit dem Multientertainer.

Freitag, 5. Oktober 2018 - 15:43 Uhr

von Jan Rottmann

Der Kabarettist geht auf Abschiedstournee . . .

Foto: Ulrike Reinker

Kalle Pohl kommt am Freitag, 2. November, nach Bocholt.

. „. . . der vorletzten vor der letzten, der allerletzten und dann der ultimativ unwiderruflich ultraletzten Abschiedstour“, wie es in der Ankündigung heißt.

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Am Freitag, 2. November, wird das komödiantische und musikalische Multitalent sein aktuelles Best-of-Programm „Offen und ehrlich – VON ALLEM DAS BESTE“ in der Alten Molkerei in Bocholt präsentieren. Der Hang zur ulkigen Alleinunterhaltung zeigte sich schon im Kindesalter – der Karriereweg war jedoch weniger gerade.

Nach abgebrochener Kochlehre und einer kaufmännischen Ausbildung verschlug es Kalle Pohl vom beschaulichen Merzenich zur Kölner Polizei. Nicht hundertprozentig zufrieden mit der Berufswahl studierte der ehemalige Polizeihauptwachmeister die klassische Gitarre an der Musikhochschule, wurde Musikbuchautor über und Lehrer für das sechsaitige Instrument. Schließlich landete er doch auf den Kabarettbühnen der Bundesrepublik. Die Domstadt am Rhein bleibt – trotz seines ziemlich mobilen Lebens – bis heute seine Wahlheimat; als Ruhepol, hat er sich ein Domizil irgendwo zwischen Valencia und Alicante auf dem spanischen Festland eingerichtet. Den breiteren Massen bekannt wurde Pohl, unter anderem, durch die satirische Talkshow „7 Tage, 7 Köpfe“, für die er, neben dem Bambi, noch diverse weitere Auszeichnungen erhielt.

„Best-of“ klingt auch immer ein bisschen nach Abschied. Oder wird es einfach Zeit, fast 40 Jahre Bühnenmaterial zu resümieren? Der StadtKurier hat ein paar Fragen an den Komödianten und hakt nach.

Bereits mit neun Jahren feierte Kalle Pohl sein Bühnenjubiläum in der elterlichen Garage. Der Eintritt zur ersten Show betrug einen ganzen Pfennig und diese war restlos ausverkauft.

Heutzutage ist das Scheinwerferlicht für den 67-Jährigen nichts Außergewöhnliches mehr. Seit nun bald 40 Jahren seziert Pohl mit dem Humorskalpell und viel Sprachwitz die schier unendliche Palette der uns auflauernden Alltagstücken und des vorherrschenden Zeitgeistes. Dazu ist er als Schauspieler, Autor, Radiomoderator und Musiker unterwegs.

Mit seinem neuen Best-of-Bühnenprogramm „Offen und ehrlich – VON ALLEM DAS BESTE“, steht er am Freitag, 2. November, auf der Bühne der Alten Molkerei in Bocholt.

Ob der Kabarettist im offiziellen Rentenalter ans Aufhören denkt und was uns in seinem neuen alten Programm erwartet, hat Kalle Pohl dem StadtKurier erzählt. Als Ordnungshüter würde nun die Rente ums Eck lächeln und entspanntes Rumtollen mit Hünding Tosca auf ihn warten. Der Lebensentwurf als freiberuflicher Spaßmacher weicht allerdings etwas vom Standardmodell ab. Manchmal beneide er seine ehemaligen Kollegen schon, aber sei trotzdem froh den Dienst quittiert zu haben, und das zu tun, was ihm persönlich Erfüllung bringt. Ob und wann sich der Komödiant von der Kabarettbühne zurückziehen wird, kann er dennoch nicht sagen.

„Der Mensch denkt, Gott lenkt, oder so ähnlich“, sagt Pohl und lacht. „Was in den nächsten paar Jahren sein wird, weiß ich heute doch noch nicht.“ Aber tatsächlich lässt ihm das verstärkte Theaterengagement immer weniger Zeit für seine klassischen Soloprogramme. „Das Theaterspielen macht einfach riesen Laune.“ Und so sind die kommenden zwei Projekte, zusammen mit dem Berliner Regisseur Jan Bodinus, auch schon in Planung.

Für die Tour hat Pohl – wie der Titel schon ankündigt – tatsächlich nur die Perlen aus den Jahrzehnten seiner Auftritte auserlesen und lässt verlauten, dass er sich „sehr wohl mit dem Programm fühlt“. Neben dem Besten aus 40 Jahren Pohl und den bekannt-beliebten Klassikern wie Vetter Hein Spack, ist das neue Programm auch etwas politischer geworden, als in den vergangenen Jahren. „Sowas habe ich früher ja nicht wirklich gemacht, aber mir gehen gewisse Dinge so auf die Nerven, dass ich einfach das Bedürfnis habe, mal was zu sagen“ – und das passiert auch schon mal mit einigen scharfzüngigen Spitzen. So werden in einer fiktiven Talkshow „skandalträchtige“ Themen und deren kurzsichtige Betrachtung auf das närrische Korn genommen.

Wie gewohnt erwartet das Publikum ein heiteres Gemenge aus Stand-up, gespielten Dialogen, Gedichten und zwischendurch eingestreuten „Schangsongs“. „Immer das Gleiche ist einfach zu langweilig“, sagt der Multientertainer und hat damit völlig recht.

Beginn der Veranstaltung ist am Freitag, 2. November, um 20 Uhr in der alten Molkerei, Werther Straße 16. Die Karte kostet 14 Euro im Vorverkauf bei der Tourist-Info an der Nordstraße 14 in Bocholt und 16 Euro an der Abendkasse.