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Karneval ist nichts für Langschläfer

Wer Prinzessin sein möchte, muss früh aufstehen

Freitag, 9. Februar 2018 - 12:10 Uhr

von Herbert Sekulla

Was macht Bocholts Karnevalsprinzessin am Morgen nach Altweiber? Feiern? Ausschlafen? Von wegen! Anne II. (Kühne) sitzt morgens um sechs auf dem Friseurstuhl bei Manfred Wagner.

Foto: Herbert Sekulla

8 Uhr: Die Frisur sitzt perfekt, der Strass blinkt, jetzt fehlt nur noch das Ornat: Ihre Lieblichkeit Anne II. ist (fast) fertig für den Start in den Karnevalsfreitag.

von Herbert Sekulla

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Die Nacht war kurz, sehr kurz für ihre Lieblichkeit Anne II. (Kühne). Trotzdem sitzt die Bocholter Karnevalsprinzessin schon morgens um sechs gut gelaunt und mit einem Lächeln im Gesicht bei Friseurmeister Manfred Wagner und lässt sich von ihm die Hochsteckfrisur für den Tag kreieren.

„Gestern war Altweiber, also ein volles Programm für das Prinzenpaar und die Garde. Um ein Uhr bin ich ins Bett gekommen und um fünf Uhr wieder aufgestanden“, berichtet die Prinzessin.

Sechs verschiedene Hochsteckfrisuren hat Wagner für die Prinzessin ausgesucht. „Diese müssen schließlich ja auch zu ihrem Typ, passen“, sagt der Friseurmeister. Zwei verschiedene Haarteile stehen je nach Termin zur Auswahl. Ein kurzes und ein langes Haarteil für die griechisch-römische Frisur.

Anne ist eine Vollblutkarnevalistin. Was auf sie zukommen würde, als der Bocholter Bürgerausschuss an sie herangetreten ist, wusste sie durch ihre Mitgliedschaft bei der Wagenbaugruppe „Einmal blau immer blau“. „Man muss schon mit vollem Herzen Karnevalist sein, wenn man zugesagt hat, Karnevalsprinzessin zu werden“, sagt Anne II. Gleichwohl, das bestätigt sie uneingeschränkt: „Ich würde es immer wieder tun. Das ist für mich eine Zeit, die ich niemals in meinem Leben vergessen werde.“ Deshalb sei es gut, dass man es nur einmal mache. „So ein Erlebnis lässt sich nicht wiederholen“, sagt die Prinzessin.

Rückblickend gibt es nur positive Erinnerungen. Die strahlenden Kinderaugen bei ihren Terminen haben sie tief beeindruckt. Das gilt auch für die lächelnden Gesichter, die sie bei Besuchen in Altenheimen erleben durfte. Auch der Besuch im „Gürzenich“, der guten Stube des Kölner Karnevals, wird für die Bocholterin unvergesslich bleiben. „Neben dem Kölner Dreigestirn, waren wir das einzige Prinzenpaar im vollen Ornat“, sagt Anne.

Inzwischen sind die Locken trocken und Wagner kann der Frisur den letzten Schliff geben. Dazu gehören Glitzersteine aus Strass, die in das Haar geklebt werden und Federn in den Farben Grün und Rot (die Farben der Garde). Anschließend fixiert Wagner die Frisur, damit alles gut sitzt und die Steine nicht herausfallen. Anne ist glücklich darüber, dass Wagner sich bereit erklärt hat, diese Session für sie zur Verfügung zu stehen. „Ich hätte nicht gewusst, was ich sonst hätte machen können. Einen Plan B hatte ich nicht“, sagt die Prinzessin. Nach zwei Stunden beim Friseur geht es für Anne weiter, der nächste Termin wartet auf sie. Und: Es geht mit Volldampf in den Endspurt. Auf den Zug am Montag freut sich ihre Lieblichkeit schon sehr. „Selbst, wenn es ein kalter Tag sein sollte. Auf dem Wagen haben wir viel zu tun da wird uns schon warm. Denn die Narren warten auf unsere Geschenke, die wir vom Wagen werfen“, sagt ihre Lieblichkeit.

Foto: Herbert Sekulla

Friseurmeister Manfred Wagner hat seine Termine nach denen der Prinzessin ausgerichtet.

Foto: Herbert Sekulla

Schon am frühen Morgen hat Prinzessin Anne II. ein Lächeln für den Fotografen.

Foto: B. Beerenwinkel

StadtKurier-Leserin Birgit Beerenwinkel hat die Prinzessin und ihren Prinzen Thomas II. (Lehmschlöter) am Altweiberdonnerstag getroffen. Da trug sie das Haar noch offen.