Mit der Nutzung unserer Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Mehr Informationen. Verstanden
lokal & aktuell

Umweltschutz beginnt beim Einkauf

Fünf Bocholter Kaufleute – ein gemeinsames Ziel:

Dienstag, 13. März 2018 - 14:52 Uhr

von von Christiane Schulz

Die fünf Bocholter Edeka-Händler machen ihren Kunden Angebote zur Abfallvermeidung. Aktionen am Samstag in der Innenstadt.

Foto: Christiane Schulz

Edeka-Kaufleute setzen sich für die Umwelt ein (v. li.): Dennis Frericks, Tanja Görkes-Tembrink, Maurice Klein-Hitpaß und Alexander Elskamp. René Harmeling und Hans Reuling fehlen aus terminlichen Gründen auf dem Bild.

Das ist sehr zweckmäßig“, sagt Marija Schürzeberg, nachdem Maurice Klein-Hitpaß ihr und ihrem Mann Peter das neue Verpackungskonzept für Käse- und Wurstwaren erläutert hat. „Irgendwo müssen wir ja anfangen, Plastik einzusparen“, ergänzt sie. Ihr Mann nickt: „Man muss sich nur all das Plastik in den Meeren anschauen“, sagt er. Schürzebergs sind begeistert und dabei kennen die beiden bislang nur einen kleinen Teil des Gesamtpaketes, dass Maurice Klein-Hitpaß, der stellvertretende Marktleiter des Edeka-Marktes in Biemenhorst, gemeinsam mit seinem Chef Alexander Elskamp und – dass ist das Außergewöhnliche an dem Projekt – zusammen mit vier anderen Edeka-Händlern aus Bocholt, geschnürt hat.

Die fünf Kaufleute sind zwar Mitbewerber, verfolgen aber ein gemeinsames Ziel: den Verpackungsabfall reduzieren. Dazu haben sie sich innerhalb weniger Monate ein Konzept umgesetzt, dass Maurice Klein-Hitpaß mit großem persönlichen Engagement erarbeitet hat.

„Ich finde es super, dass wir mit allen Edeka-Kaufleuten zusammen etwas tun, um den Umweltgedanken zu stärken“, so Tanja-Görkes Tembrink, vom Edeka-Markt Görkes. Ihr Kaufmanns-Kollege Dennis Frericks sieht das genauso. „Es geht darum, den Planeten Erde zu unterstützen“, sagt er. Das habe die Umwelt auch dringend nötig, schickt Alexander Elskamp hinterher. „Wir müssen alle dran ziehen“, sagt er und lädt weitere Kaufleute und Einzelhändler dazu ein, sich an der Aktion zu beteiligen.

Die fünf „Edekaner“ aus Bocholt setzten gleich an vier Punkten an. So gibt es tragbare wiederverwertbare Klappkisten, mit denen der Einkauf bequem in den Kofferraum gestellt werden kann und große Einkaufstaschen, bedruckt mit der Bocholter Skyline – ganz bewusst, nur mit dezentem Hinweis auf die Edeka.

Auch beim Einkauf im Geschäft soll Abfall weitgehend vermieden werden. Dafür hat Maurice Klein-Hitpaß sich in Herstellerkreisen umgehört und waschbare Beutel entdeckt, in die der Kunde seine Obst- und Gemüseartikel füllen kann. Fünf der unterschiedlich großen Beutel werden in einem praktischen Transportsäckchen in den Märkten angeboten. Und an der Käse- und Wursttheke kann man seine Ware demnächst in eigene Frischhalteboxen abfüllen lassen und somit den Plastikabfall reduzieren. Nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt wurden Stahltabletts in Auftrag gegeben, um die Hygienevorgaben einzuhalten. „Man kann seine eigenen verschließbaren Boxen mitbringen oder aber welche bei uns im Markt kaufen“, so Maurice Klein-Hitpaß,

Von der Idee im Herbst bis zur Umsetzung sind nur wenige Monate vergangen. Jetzt freuen sich die Bocholter Edeka-Kaufleute auf den kommenden Montag, 19. März, denn ab dann setzten sie all ihre neuen Öko-Angebote um. „Ich bin gespannt, wie die Kunden es annehmen“, so Tanja Görkes-Tembrink.


Öko-Markt am Samstag in Bocholt

Doch dabei soll es nicht bleiben. Um dem Anliegen der Umwelt die nötige Öffentlichkeit zu verschaffen, hat Maurice Klein-Hitpaß eine Veranstaltung auf die Beine gestellt. Am Samstag, 17. März verwandelt sich der St.-Georg-Platz von 10 bis 17 Uhr in einen Markt rund um ökologische Themen. Mit dem Namen „Gaia“, griechisch für Erde, hat Klein-Hitpaß mit einem befreundeten Grafiker ein Logo entwickelt, unter dem weitere Umweltaktionen geplant sind. Doch am Samstag informieren neben den Edeka-Kaufleuten und dem WWF, der mit „Pandas“ vor Ort ist, erst einmal der Nabu Kreisverband, der Kreis-Imkerverein und die Saftkelterei van Nahmen zu aktuellen Umweltthemen und dazu, was jeder Einzelne zum Schutz der Natur tun kann. Die Rockschule von Marco Launert ist dabei und unterstützt die Organisatoren mit Musik. „Ich musste keine Überzeugungsarbeit leisten, alle haben sofort begeistert zugesagt“, freut sich Initiator Maurice Klein-Hitpaß, der sich mit dem Gesamtkonzept um den Edeka-Nachwuchspreis bewirbt.

Premiere fürs Foto: Käsefachverkäuferin Pia Bornemann reicht den Kunden Marija und Peter Schürzeberg den Käse in einer Frischhaltedose auf dem Tablett an. Das Stahltablett müssen die Verkäuferinnen aus Hygienegründen nutzen.

Maurice Klein-Hitpaß mit einem der neuen, wiederverwendbaren Obst- und Gemüsebeutel.