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Familie & Gesundheit

Pflege jenseits der Grenze

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Pflegeausbildung

Dienstag, 6. Februar 2018 - 15:45 Uhr

von Christian Vosgröne

Seit dem 1. Februar haben niederländische Studenten der „Verpleegkunde“ die Möglichkeit, einen Teil ihrer praktischen Ausbildung im Klinikum Westmünsterland zu absolvieren. Für jeweils fünf Monate kommen sie dazu in die Krankenhäuser.

Foto: PD

Peter Grundmann (links), Lehrer der Zentralschule für Gesundheitsberufe, begrüßte die beiden ersten niederländischen Pflegestudentinnen im St. Agnes-Hospital Bocholt, Jip Zents (3.v.r.) und Kim Stemerding (2.v.r.).

Schon in der Ausbildung spielt der praktische Unterricht eine große Rolle. In den Gesundheits- und Krankenpflegeschulen des Klinikums Westmünsterland werden insgesamt über 225 Schüler ausgebildet. Den praktischen Unterricht erleben sie direkt auf den Stationen, begleitet durch speziell ausgebildete Praxisanleiter. Zu den Schülern gesellen sich ab jetzt auch Studenten aus den Niederlanden. Denn das Klinikum Westmünsterland und das Doetinchemer Graafschap College kooperieren miteinander.

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„Es ist total spannend, voneinander zu lernen“, sagt Holger Hummels, Pflegedirektor im St. Agnes-Hospital. Schließlich haben die Niederlande ein anderes Ausbildungssystem als Deutschland. Wer in den Niederlanden in der Pflege arbeiten möchte, muss studieren, während in Deutschland eine dreijährige Ausbildung den Einstieg in den Pflegeberuf ermöglicht. „Andere Ansichten und ein anderer Blick auf Themen sind durchaus bereichernd“, sagt Hummels.

Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit ermöglicht den Auszubildenden zeitgleich, zusätzliche inhaltlichen Facetten des Berufs und andere pädagogische Methoden beider Länder kennenzulernen. Schon seit einigen Monaten stehen das Grafschaap College und das Klinikum im Austausch. Doch bevor die Studenten ihr 20 wöchiges Praktikum in den verschiedenen Kliniken in Bocholt, Rhede, Borken, Ahaus und Vreden absolvieren können, galt es, einige Formalien zu klären. Das Klinikum Westmünsterland hat verschiedene Kriterien in der Ausbildung zu erfüllen und diese bei der niederländischen Pflegekammer nachzuweisen. Und auch aufseiten der Studenten gab es ein Pflichtkriterium vor dem Praktikum: einen Deutschkurs. An vier Tagen in der Woche werden die Studenten in den Kliniken in Bocholt, Rhede, Ahaus, Vreden und Borken im Dienst sein. An einem Tag in der Woche haben sie Vorlesung. Dienste am Wochenende müssen die niederländischen Pflegestudenten – anders als die deutschen Gesundheits- und Krankenpflegeschüler – nicht übernehmen. Arbeiten müssen die meisten von ihnen wohl dennoch. Denn im Gegensatz zu den Schülern erhalten die Studenten keine Vergütung – wie üblich im Studium. Das Wochenende benötigen viele daher, um ihr Studium mit Nebenjobs zu finanzieren.