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Wirtschaft

Vom Acker direkt ins Geschäft

Der Bocholter Biomarkt wurde 1998 an der Kreuzstraße eröffnet / Nun bietet er sogar einen Mittagstisch an

Freitag, 31. August 2018 - 13:30 Uhr

von Christiane Schulz

Vor 20 Jahren gründete Josef Koplin seinen Biomarkt und traf damit den Zeitgeist. Am 8. September feiert das Geschäft Geburtstag, mit einem großen Markt, auf dem sich viele Erzeugerbetriebe präsentieren.

Foto: Christiane Schulz

Eva Kirschbaum (l.) und Josef Koplin freuen sich mit einem Teil ihres Bocholter Biomarkt-Teams über das Jubiläum.

„Es war die Zeit, als der Hype um die Öko-Kaufhäuser begann“, erinnert sich Josef Koplin an die Phase, als er quasi von jetzt auf gleich vom Hobbylandwirt zum Geschäftsmann und Ökobauer wurde. Das war 1998.

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Der erste Biomarkt fand sich zusammen mit anderen Anbietern im Ökokaufhaus an der Kreuzstraße, dort wo heute das „Karo“ ansässig ist. 2012 zog der mittlerweile etablierte Bocholter Biomarkt mit seinem stetig wachsenden Kundenstamm an die heutige Adresse Kaiser-Wilhelm-Straße.In diesen Tagen feiert das Unternehmen seinen 20. Geburtstag. Und das möchten die Familie Koplin und ihre nunmehr 22 Mitarbeiter in Bocholt mit einem großen Regionalmarkt an der Kaiser-Wilhelm-Straße tun.

Am Samstag, 8. September, versammeln sich von 10 bis 17 Uhr auf dem Parkplatz des Biomarktes zahlreiche Erzeuger und präsentieren und kredenzen ihre ebenso biologischen wie regionalen Produkte (siehe Kasten). Denn Regionalität und verbandsgeprüfte Bio-Qualität liegen dem Unternehmer und Landwirt seit jeher am Herzen. Das beste Beispiel ist der eigene Demeter- Obst- und Gemüseanbau auf der „Lankerskate“, dem Hof der Familie in Mehrhoog. „Das ist unsere Keimzelle“, sagt Josef Koplin.

Das nötige Rüstzeug hat sich Josef Koplin Mitte der 1990er-Jahre sozusagen als Pionier mit dem Besuch der neuen Fachschule für ökologischen Landbau in Kleve und später bei betriebswirtschaftlichen Seminaren zugelegt. „Ich wollte mich schon immer selbstständig machen“, sagt er. Von Anfang an haben ihn seine Ehefrau Ingrid und die Kinder dabei unterstützt: Während sich Tochter Eva-Maria Kirschbaum heute mit ihm um den kaufmännischen Part kümmert, ist Sohn Julian Koplin in der heimischen Landwirtschaft tätig.

Mit dem Ladenlokal an der Kaiser-Wilhelm-Straße hat Josef Koplin lange geliebäugelt. Hier konnte er „ein Einkaufserlebnis schaffen“, wie er sagt, aber auch das Grundsortiment deutlich erweitern. Es gibt eine Obst- und Gemüseabteilung, ein gut sortiertes Weinsortiment, Molkereiprodukte, frische Bio-Backwaren, Naturkosmetik und vieles mehr. Und Josef Koplin konnte eine weitere Leidenschaft, das Kochen, im hauseigenen Bistro umsetzen. Vom 3. bis 8. September gibt es den gesunden Mittagstisch übrigens für nur 5,90 Euro.

All das hat 2006 mit dem Biomarkt Wesel einen erfolgreichen Ableger bekommen. „Für ein Geschäft Gemüse anzubauen lohnt sich nicht“, begründet Josef Koplin und lacht. An den Erfolg habe er immer geglaubt, sagt der Bio-Pionier und fügt hinzu: „Ich wusste nur nicht, dass es so viel Arbeit ist.“ Häufig steht der heute 61-Jährige um 4 Uhr auf und erntet in Mehrhoog, was er wenig später in die Biomärkte liefert.

Foto: Biomarkt Koplin

Blick in den ersten Biomarkt, der damals noch im Ökokaufhaus an der Kreuzstraße ansässig war.