Unterhaltung

Böse Häuser: Ein Alpen-Krimi

„mein Buchtipp“ im StadtKurier

Freitag, 4. Juni 2021 - 14:25 Uhr

von Melanie Tenhumberg

Bibliothekarin Melanie Tenhumberg hat sich mit dem neuen Roman von Nicola Förg auf eine spannende Exkursion in die Immobilienwelt begeben.

In ihrem zwölften Alpen-Krimi schickt die Autorin Nicola Förg die leitende Ermittlerin der Garmischer Kriminalpolizei Irmi Mangold und ihren Lebensgefährten, den Spurensicherungsexperten „Hase“ in die Vorbereitung eines neuen Lebensabschnitts. Gemeinsam machen sich die beiden im Alpenvorland auf die Suche nach einem neuen Wohnsitz für die stetig näher rückende Pensionierung. Für ihren Lebensabend wünschen sich beide mehr „Raum und Weite“ für sich und ihren Hund Raffie und durchlaufen daher notgedrungen einen Besichtigungsmarathon zu entlegenen Rast- und Bauernhöfen.

Schnell wird ihnen klar, dass die Marktpreise in Bayern nicht bezahlbar sind und beschließen, den Suchradius zu erweitern. Im Zuge der Besichtigung eines Bauernhofs wird ein anderer Immobilieninteressent erschossen. Er verstirbt an Ort und Stelle. Der leitende Ermittler Gerhard Weinzirl bittet Irmi um Mithilfe, diese stimmt zu und so fahnden beide gemeinsam in der Vergangenheit des Opfers nach einem Motiv. Schnell stellen Irmi Mangold und Gerhard Weinzirl fest, dass zum Umfeld des Toten mehrere Feinde mit einem handfesten Motiv zählen. Obwohl sie ihre Recherchen und Verhöre darauf fokussieren, bleiben ihre Ermittlungen zunächst ohne nennenswerte Erfolge. Daher müssen sich Irmi, Gerhard Weinzirl und das Team die Frage stellen, ob der Schuss nicht doch einem anderen Anwesenden galt?

So ermitteln sie rund um den Makler und den Verkäufer – und stoßen schon bald auf unmoralische Geschäfte. Die Spuren führen sie bis in die Hausbesetzerszene des Berlins der 90er-Jahre.

Mit „Böse Häuser“ schickt Nicola Förg ihre liebenswürdige Ermittlerin Irmi Mangold in einen spannenden, höchst aktuellen Kriminalfall. In diesem Band spielen die Themen Flächenverbrauch, die Entwicklung der Immobilienmärkte und das Corona-Virus eine entscheidende Rolle. Hier zeichnet sich die Autorin durch ihre gründliche Recherche aus und erhöht damit den Appell an ihre Leserschaft. Trotz dieser brisanten Aspekte finden aber auch die sehr atmosphärischen Dorf- und Landschaftsbeschreibungen sowie eine Prise Lokalkolorit und Wortwitz ihren Platz. Mit diesen Komponenten schafft Nicola Förg auch in ihrem neuesten Krimi eine gelungene Mischung aus Unterhaltung und Spannung. Sie nimmt den Leser mit auf eine beschauliche „Kopfkino-Reise“, die gleichzeitig zum Innehalten und zum Nachdenken einlädt.

Nicola Förg, Bestsellerautorin und Journalistin, hat mittlerweile mehr als 21 Kriminalromane verfasst. Die gebürtige Oberallgäuerin, die in München Germanistik und Geografie studiert hat, lebt heute mit ihrer Familie und vielen Haustieren auf einem Hof in Prem am Lech. Sie wurde für ihre Bücher mit mehreren Preisen für ihr Engagement rund um Tier- und Umweltschutz ausgezeichnet.

Viel Spaß

beim Lesen

wünscht Ihnen

Melanie Tenhumberg,

Bibliothekarin

der Stadtbibliothek

Bocholt

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