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Unterhaltung

Frühjahrs-Check-up für E-Bikes

Welche Besonderheiten es bei der Pflege gibt

Freitag, 13. März 2020 - 15:20 Uhr

von Alexandra Knop

Egal ob aus dem Winterschlaf erweckt oder nach dem Einsatz bei Schnee und Matsch.

© ERGO Group

Zwar ähnelt die Pflege der elektrifizierten Räder denen eines motorlosen Drahtesels. Doch durch das höhere Gewicht und die Elektronik sind ein paar Besonderheiten zu beachten. Welche das sind, weiß Dimitar Gouberkov, Unfallexperte einer Versicherung.

Zuerst putzen: Das Putzen steht an erster Stelle. Kam das Rad im Winter zum Einsatz, sind zunächst die Reste von Streusalz sorgfältig zu entfernen. Falls der Rahmen Lackschäden durch Rollsplitt oder Steine aufweist, ist es sinnvoll, diese auszubessern, um spätere Rostflecken zu vermeiden. E-Bike-Fahrer sollten auch die Kette säubern und einölen sowie die Bremsen und den Reifenluftdruck überprüfen.

Höherer Verschleiß durch höheres Gewicht: „E-Bikes sind schwerer als motorlose Fahrräder“, erläutert Gouberkov. „Daher verschleißen Kette, Ritzel und Reifen schneller.“ Der Unfallexperte empfiehlt, die Reifen auch während der Saison regelmäßig zu prüfen. Denn Risse im Reifenprofil oder ein zu niedriger Luftdruck erhöhen den Kraftaufwand, der notwendig ist, um das E-Bike zu bewegen. Dies führt zu einer erhöhten Beanspruchung des Akkus. Zudem kann ein kaputter Reifen platzen und dies wiederum zu einem Unfall führen.

Wichtig: Wer neue Reifen benötigt, sollte beim Kauf auf die Angaben „E-Bike-tauglich“ oder „E-Bike-ready“ achten. Die Bremsen sind durch das höhere Gewicht ebenfalls stärker vom Verschleiß betroffen. Deshalb auch hier der Tipp: Regelmäßig die Bremsbeläge einschließlich der Bremsscheiben sowie die Hydraulik überprüfen.

• Besonderheiten beim Akku: Der Akku ist der Kern eines E-Bikes. Auch er ist ein Verschleißteil. Seine Lebensdauer hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören die Kapazität des Akkus selbst, aber auch die Häufigkeit, mit der der Fahrer sein E-Bike nutzt und wie oft er dabei die Motorunterstützung einsetzt. Abhängig davon müssen E-Biker den Akku unterschiedlich häufig laden. Je öfter dies geschieht, desto kürzer behält er seine volle Leistung. Es ist wichtig darauf zu achten, dass der Akku beim Laden Zimmertemperatur hat und keinen Minustemperaturen ausgesetzt ist. Wer das E-Bike im Winter nicht fährt, sollte es geschützt unterstellen, am besten im Keller oder in der Garage. Während dieser Zeit regelmäßig den Ladezustand prüfen und den Akku gegebenenfalls wieder aufladen, um eine Tiefenentladung zu vermeiden.

• Reparatur besser vom Fachmann: Wer feststellt, dass Reparaturen notwendig sind oder die Akkuleistung nachgelassen hat, dem rät der Experte, einen Fachhändler aufzusuchen. Denn wer beispielsweise die Antriebseinheit öffnet, der verliert Gewährleistungs- und Garantieansprüche. Zudem sind viele Bestandteile eines E-Bikes so aufeinander abgestimmt, dass ein Eingriff Auswirkungen auf die Funktionen anderer Komponenten haben könnte.

Sicherheit geht vor: Nicht nur für das E-Bike, auch für seine Fahrer empfiehlt der Unfallexperte eine Vorbereitung auf die neue Saison, denn: „Die Mehrzahl der Unfälle geschieht ohne Fremdeinwirkung.“ Häufig unterschätzen die Fahrer die Geschwindigkeit oder das Verhalten des E-Bikes, beispielsweise in Kurven. Wer über den Winter auf Fahrradfahren verzichtet hat, muss unter Umständen erst wieder ein Gefühl dafür entwickeln. Auch den Fahrradhelm aus dem Winterschlaf holen. Es besteht zwar keine Helmpflicht für E-Bikes, der Kopfschutz kann im Fall eines Sturzes aber Kopfverletzungen verhindern. -pd/akn-