Unterhaltung

Funkenmord: Kluftingers neuer Fall

„mein Buchtipp“ im StadtKurier

Mittwoch, 30. Dezember 2020 - 15:29 Uhr

von Anja Frembgen

Bibliothekarin Melanie Tenhumberg von der Stadtbibliothek Bocholt hat das neue Werk des Autorenduos Volker Klüpfel und Michael Kobr gelesen und ist begeistert von der Mischung aus spannendem Krimi und trockenem Humor.

In seinem neuen Fall holt den Allgäuer Kommissar Kluftinger ein Fehler aus seiner Vergangenheit ein: Vor über 30 Jahren wurde in Altusrid eine junge Lehrerin am Funkensonntag an ein Kreuz gefesselt und verbrannt. Zeitnah wurde ihr damaliger Geliebter als Täter überführt, zu Unrecht, wie spätere Ermittlungen ergeben.

Ein alter Fall und neue Aufgaben für „Klufti“

Dieser „Cold Case“ lässt Kluftinger keine Ruhe und so macht er sich gemeinsam mit seiner neuen Kollegin auf, um den wahren Mörder zu finden. Wie auch in den Vorgängerbänden lebt auch dieser Fall wieder von seinem schrulligen, leicht weltfremden, Kult-Kommissar. Jetzt ist für ihn allerdings der Zeitpunkt gekommen, an dem er sich in mehrfacher Hinsicht weiterentwickeln muss: Nicht nur, dass er zum kommissarischen Leiter des Präsidiums ernannt wird, wobei Chaos und Verwirrung vorprogrammiert sind, auch die quirlige neue Kollegin, die fortan seine „Altherrentruppe“ bereichert, sorgt für reichlich frischen Wind.

Zu Hause muss sich Klufti erstmals mit der Hausarbeit befassen, seit seine Frau Erika unter Migräneanfällen und Müdigkeit leidet. Doch wie schwer kann das Wäschewaschen schon sein? Da sich der Sinn des Vorsortierens und der Einsatz verschiedener Waschmittel dem Kommissar nicht sofort er-schließt, wird kurzerhand ein ur-komisches Waschexperiment gestartet. Auch beim Thermomix-Abend bei Doktor Langhammer schlägt sich Klufti sehr tapfer, immerhin kann so ein kleiner Mixer ja „seine“ Kochkünste noch perfektionieren.

Den Autoren Klüpfel und Kobr gelingt es gerade in den humorigen Szenen, ihre Hauptfigur Kluftinger immer von der menschlichen Seite zu zeigen. Es ist ein großes Vergnügen, den liebenswerten und grundehrlichen Ermittler bei seinen Herausforderungen zu begleiten, die nicht selten Einsicht oder Wandlung zur Modernität mit sich bringen. „Funkenmord“ ist der elfte Band der Reihe um den etwas grummeligen, altmodischen aber doch so liebenswerten Kommissar Kluftinger. Der Fall ist in sich geschlossen und kann eigenständig gelesen werden.

Für das Verständnis wäre es aber von Vorteil, den Inhalt des Jubiläumsbands Nummer zehn „Kluftinger“ zu kennen, da in „Funkenmord“ die Geschichte und die Ermittlungen bezüglich des Anschlags auf Kommissar Kluftinger weiter fortgesponnen werden. Auch dieser Band besticht durch seine besondere Mischung aus spannendem Krimi und trocke-nem Humor, der alte und neue Klufti-Fans in seinen Bann ziehen wird.

Zu den Autoren:

Volker Klüpfel, Jahrgang 1971, kommt aus dem gleichen Ort wie sein Kommissar Kluftinger. Nach dem Abitur zog es ihn in die weite Welt – nach Franken: In Bamberg studierte er Politikwissenschaft und Geschichte. Danach arbeitete er bei einer Zeitung in den USA und stellte beim Bayerischen Rundfunk fest, dass ihm doch eher das Schreiben liegt. Seine letzte Station vor dem Dasein als Schriftsteller war die Feuilletonredaktion der „Augsburger Allgemeinen“. Die knappe Freizeit verbringt er am liebsten mit seiner Familie, mit der er im Allgäu lebt.

Michael Kobr, geboren 1973 in Kempten im Allgäu, studierte in Erlangen ziemlich viele Fächer, aber nur zwei bis zum Schluss: Germanistik und Romanistik. Nach dem Staatsexamen arbeitete er als Realschullehrer. Momentan aber hat er schweren Herzens dem Klassenzimmer den Rücken gekehrt – die Schüler werden’s ihm danken –, um sich dem Schreiben, den ausgedehnten Lesetouren und natürlich seiner Familie widmen zu können. Kobr wohnt mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern im Unterallgäu.

Viel Spaß beim

Lesen

wünscht Ihnen 

Melanie

Tenhumberg,

Bibliothekarin

der

Stadtbibliothek

Bocholt

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