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Unterhaltung

Rockig, bluesig, soulig bis hin zu starken Balladen

Der mein-StadtKurier-CD-Tipp von Jörg Honsel

Freitag, 8. Februar 2019 - 10:06 Uhr

von Alexandra Knop

Eine gute und interessante Mischung von noch nicht so bekannteren Songs findet man auf dem neuen Unplugged-Album von Udo Lindenberg.

Liebe Musikfreunde!

Ich habe Ihnen bereits einige der Live-Alben aus der MTV-Unplugged-Reihe hier vorgestellt. So auch das von Udo Lindenberg aus dem Jahr 2011. Im Dezember 2018 erschien jetzt sogar ein zweites MTV-Unplugged-Album von Udo. Die beiden Silberlinge wurden aus den drei Auftritten im Hamburger Kampnagel mit insgesamt 27 Titeln und 147 Minuten Spielzeit zusammengestellt.


Gaststars und bekannte Bands

Versammelten sich auf „Unplugged 1“ noch die bekannteren Lindenberg-Songs, tummeln sich auf „Unplugged 2“ die eher unbekannteren und zum Teil neu arrangierten Stücke. Zu meiner Freude gibt es im Gegensatz zum ersten Album keine Pausen zwischen den Songs – so dass man meint, es würde sich um ein einziges Konzert handeln.

An Bord sind dieses Mal neben seiner wie immer fantastischen siebenköpfigen MTV-Unplugged-Band, den Pustefix-Bläsern, dem Panik-Chor auch Mitgliedern des NDR-Elbphilharmonie-Orchesters. Selbstverständlich fehlen auch Gaststars wie Andreas Bourani, Jan Delay oder Gentleman nicht. Aber der gemeinsame Auftritt von Kult (Schock) Rocker Alice Cooper bei „No more Mr. nice Guy – So’n Ruf musste dir verdienen – ist schon etwas ganz Besonderes.

Auch der allererste Auftritt von Tatort Kommissarin Maria Furtwängler als Sängerin in „Bist du vom KGB 2018“ ist völlig überraschend, aber sowohl der Text als auch die Stimmen passen hervorragend zusammen. Das swingende „König von Scheißegalien“, eine deutsche Version des Lou Reeds-Klassikers „Walk on the Wild Side“, schwappt sofort auf das Publikum rüber.

Das kurze Intermezzo von Udo am Schlagzeug beim berühmten „Tatort“-Intro hat mich besonders gefreut. Schließlich hat Klaus Doldinger dieses Instrumentalstück 1970 mit seiner Band Passport eingespielt und schon damals saß Udo hinter der „Schießbude“ der Band.

Der nagelneue Song „Alles was sie anhat“ ist richtig rockig, bluesig, soulig mit tollen Instrumentalsoli. Da geht der 72 jährige Udo so richtig ab. Das ebenfalls neue „Nie daran gezweifelt“ ist wiederum eine tolle Ballade und so ein kleiner Rückblick auf sein bisheriges (musikalisches) Leben.


Zeitlose Songs

Lindenberg hat ja im ersten MTV-Unplugged aus dem Vollen geschöpft und es war wohl sein Anliegen, jetzt auch weniger bekannte Stücke aus seinem Schaffen zu bringen. Aber er hätte meiner Meinung besser daran getan, wieder voll reinzugreifen und nur wirklich starke Songs zu nehmen, um Beispiele zu nennen: „Mädchen aus Ost-Berlin“, „Elli Pirelli“, „Rudi Ratlos“, „Odyssee“, „Ich zieh‘ meinen Hut“ und stattdessen belanglose Stücke wie „Flipper“ oder „Der Astronaut muss weiter“ wegzulassen.

Ich würde fast schon behaupten, dass die meisten der Songs zeitlos sind, in akustischer Version wirken sie aber noch einmal ganz anders. Sie wirken irgendwie viel „intimer“, die Akustikversionen entwickeln fast schon ein eigenes Seelenleben.

Anspieltipps machen bei Live-Alben sehr selten einen Sinn, weil ich der Meinung bin, dass man ein Live- Album im Gesamten auf sich wirken lassen sollte.

Schönes Reinhören wünscht

Ihnen wie immer

Ihr

Jörg Honsel