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„Vater hat nie geschossen“

Familiengeschichten aus dem Krieg und der Zeit danach

Dienstag, 8. Oktober 2019 - 14:39 Uhr

von pd/chv

Schriftsteller Michel Hülskemper liest am Sonntag, 27. Oktober, im „Haus vom guten Hirten“ aus seinem neuen Buch.

© PD

Soldaten der deutschen Wehrmacht waren im Zweiten Weltkrieg in halb Europa unterwegs. Viele behaupten, selbst Opfer gewesen zu sein.

„Unsere Väter und Großväter waren Soldaten im Zweiten Weltkrieg. Darüber gibt es in fast jeder Familie Geschichten, die immer wieder erzählt werden. Die meisten handeln von Hunger und Gefangenschaft, Kälte und Entbehrungen in der Zeit danach. Aber was war vorher?“, fragte sich der Autor Michel Hülskemper.

Für sein neues Buch „Vater hat nie geschossen“ befragte er nicht nur Vater und Mutter, Onkel und Tanten, sondern auch viele andere Menschen, die den Krieg selbst erlebt haben. Sie übergaben ihm Fotos und Dokumente, Orden und Ausweise, Briefe und andere Erinnerungsstücke, die ihm Anlass zu weiteren Recherchen gaben. „Am wichtigsten und eindrucksvollsten waren meine Gespräche mit den Zeitzeugen“, resümiert der 62-Jährige.

Vor wenigen Wochen ist sein Buch erschienen. „Eine Spurensuche in zwölf Erzählungen über den Krieg und die Zeit danach“, so könnte der Untertitel heißen. Diese Erzählungen sind „eine vorsichtige Annäherung an den Gedanken, dass unsere Väter und Großväter vielleicht nicht nur Opfer waren. Sie hatten ein Gewehr in der Hand, sie brachten Kanonen in Stellung, führten Befehle aus. Die Wehrmacht, in der sie dienten, eroberte andere Länder und brachte Leid und Tod.“

Dieser Gedanke sei schmerzlich, heißt es in der Ankündigung, und doch eine Seite in ihrer Biografie. Die Geschichten und Legenden aus der großen Familie des Autors seien einmalig und doch typisch für die „Generation Krieg“. Das gelte nicht nur das Schicksal der Soldaten, sondern auch für die Frauen und Mütter dieser Zeit.

Die Altenpflegeeinrichtung Guter Hirte an der Karolingerstraße 65 lädt zu einer öffentlichen Lesung mit dem Schriftsteller ein. Sie findet am Sonntag, 27. Oktober, um 15 Uhr bei freiem Eintritt statt.

„Wir laden alle Interessierten herzlich ein“, so Gute-Hirte-Leiter Johannes Tepaße, und weiter: „Das Thema spricht bestimmt nicht nur die Bewohner und ihre Angehörigen an, sondern viele andere Menschen, die den Krieg und seine Folgen zu spüren bekommen haben.“

Für die passende musikalische Untermalung sorgen Reinhard Kappenberg (Saxophon, Klarinette) und Stephan Löring (Klavier).

Michel Hülskemper