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100 Stimmen zum 100-Jährigen

Beim Awo-Fest im Langenbergpark kommt es am Samstag zu einem außergewöhnlichen Musikerlebnis: Lou Dynia stimmt an mit einem Chor aus 100 Kindern.

Dienstag, 21. Mai 2019 - 14:46 Uhr

von Christiane Schulz

Beim Awo-Fest im Langenbergpark kommt es am Samstag zu einem außergewöhnlichen Musikerlebnis: Lou Dynia stimmt an mit einem Chor aus 100 Kindern.

Foto: Awo Bocholt

Gregor Berning, der Vorsitzende des Awo-Kreisverbandes und die Awo-Mitarbeiterinnen Angelika Schwinning (links) und Christina Figge freuen sich auf das Familienfest zum 100-jährigen Awo-Bestehen am Samstag.

In diesem Jahr besteht die Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Deutschland seit 100 Jahren. So lange gibt es die Awo in Bocholt zwar noch nicht, aber auch hier wird das bundesweite Jubiläum gebührend gefeiert.

Am kommenden Samstag, 25. Mai, veranstaltet die Awo Bocholt ein Familienfest im Langenbergpark. Unter dem Motto „100 Jahre Awo“ wird von 10 bis 16 Uhr ein Programm für die ganze Familie geboten. Begrüßt werden die Besucher vom Kreisvorsitzenden Gregor Berning und Bocholts erstem Stadtrat, Thomas Waschki. Anschließend wird es maritim im Langenbergpark.


Musik und Magie

Der Shantychor der Marinekameraden Bocholt stimmt Seemannslieder an. Nach den wind- und wettererprobten Seeleuten erklimmt eine die Bühne, die trotz ihrer Jugend auch schon mit allen Wassern des Showgeschäfts gewaschen ist: Sarah Hübers. Bekannt aus „The Voice Kids“ und anderen TV-Formaten ist die 13-Jährige längst keine Unbekannte mehr im Musikbusiness. Sie übergibt das Mikro um 13 Uhr einem, der seine Auftritte wahrscheinlich gar nicht mehr zählen kann: Lou Dynia, der Bocholter liebste Stimme, singt aber nicht nur alleine. Ab 14 Uhr wird er das 100-jährige Awo-Bestehen mit einem Chor aus 100 Kinderstimmen besingen. Zum Abschluss des Programms wird es nochmals magisch, denn um 15 Uhr gibt es eine Zaubershow.

Bewegte Awo-Geschichte in Bocholt

1965 wurde die Awo in Bocholt gegründet. Auf Vorschlag des Bocholter SPD-Politikers Hermann Buschfort hin wurde der damalige stellvertretende Flender Betriebsratsvorsitzende Helmut Wegener hauptamtlicher Geschäftsführer für den Aufbau der Awo in Bocholt. Denn seinerzeit existierte in Bocholt nur eine Nähstube. Bald folgten die Ferienerholungen mit 130 Kindern auf Ameland, Mütterkuren und Seniorenerholungsmaßnahmen sowie Senioren-Nachmittage.

Die ersten Büros und Beratungsräume der Awo Bocholt fanden sich an der Industriestraße 4. Nachdem diese Räume zu klein wurden, errichtete man 1970 auf der Drostenstraße 1 das Gustav-Krüger-Haus mit dem Sozialzentrum und 34 Seniorenwohnungen. Zudem wurde ein fahrbarer Mittagstisch eingerichtet. 1971 entstanden auf der Markgrafenstraße weitere 40 Seniorenwohnungen.

In den darauf folgenden Jahren wurden im ganzen Kreis Borken neue Ortsvereine gegründet. Auch eine türkische Beratungsstelle wurde eingerichtet. Ins Jahr 1976 fällt die Eröffnung der ersten Sozialstation in Bocholt mit elf Mitarbeiterinnen für die Städte Bocholt, Rhede und Isselburg . Das heutige Jeanette-Wolff-Zentrum mit 120 Betten entstand ab 1979.

Im Laufe der Jahre kamen die „Mobile Familienbildung“, ein jugoslawisches Freizeitheim, eine Schreinerei und Fahrradwerkstatt für Arbeitslose, eine Schuldnerberatung und eine Nähwerkstatt für behinderte Frauen hinzu. 1990 wurde in Gronau die erste Kita vom Kreisverband Borken eröffnet. Es folgten im gesamten Kreis noch weitere 15 Tageseinrichtungen für Kinder.

1995 fusionierten die Kreisverbände Borken und Coesfeld zum Unterbezirk West-Münsterland. 2008 schloss sich dieser mit den Unterbezirken Recklinghausen und Münster-Steinfurt zum jetzigen Unterbezirk Münsterland-Recklinghausen zusammen.

Heute betreibt die Awo in Bocholt drei Kitas, davon zwei Familienzentren, die Schuldnerberatung, den ambulanten Pflegedienst, den Jugendmigrationsdienst, die Rückkehr- und Flüchtlingsberatung, den Betreuungsverein, Kur- und Erholung, ambulant betreutes Wohnen, Seniorenwohnungen, ein Pflegeheim und drei Ortsvereine mit einer Begegnungsstätte.

Heute sind bei der Awo in Bocholt circa 190 Mitarbeiter hauptamtlich beschäftigt und die drei Ortsvereine haben knapp 500 Mitglieder.

Quelle: Awo

Foto: Lou Dynia

Bocholts Sänger und Liedermacher Lou Dynia lässt es sich nicht nehmen im Langenbergpark zu spielen.

Foto: PD

Trotz ihrer Jugend ist Sarah Hübers längst ein „alter Hase“ auf der Bühne.