Betreutes Wohnen ersetzt Gebeteshaus

Stiftung Haus Hall plant neues Wohnprojekt für Menschen mit Behinderung in Rhede.

Betreutes Wohnen ersetzt Gebeteshaus

Die Kirche Zur Heiligen Familie an der Südstraße in Rhede steht kurz vor dem Verkauf. Die Stiftung Haus Hall möchte in dem Gebäude Wohnungen errichten, in denen künftig bis zu 16 Menschen mit Behinderung betreut werden sollen. Der Beginn der Bauarbeiten ist für April kommenden Jahres geplant. Die Pläne sehen vor, die Kirche weitgehend zu erhalten – allerdings ohne Turm.

Die bischöfliche Stiftung Haus Hall mit Sitz in Gescher hat am Freitag ihre Umnutzungspläne für die Kirche Zur Heiligen Familie in Rhede vorgestellt. Danach soll das Gebäude an der Südstraße zu einem Apartmenthaus umgebaut werden, in dem der kirchliche Trägerverein bis zu 16 Menschen mit Behinderung betreutes Wohnen anbieten möchte. Nach Weihnachten soll die Kirche profaniert werden. Den Plänen muss allerdings noch der Kirchenvorstand zustimmen, der sich am 15. Februar trifft.

„Vor allem Gemeindemitglieder, die in der Kirche Zur Heiligen Familie ein Zuhause gefunden haben, werden traurig sein, wenn wir die Kirche Ende des Jahres als Gebetsraum aufgeben. Darum war es uns als Pfarrei wichtig, dass das Kirchengebäude weitgehend erhalten bleibt und weiterhin als Begegnungsraum dient. Zudem wünschten wir uns eine Übernahme durch einen kirchlichen Träger“, erklärt St.-Gudula-Pfarrer Thorsten Schmölzing.

Nach Angaben des Stiftungsgeschäftsführers Dr. Thomas Bröcheler gibt es noch einige Fragen, die geklärt werden müssen – etwa zur Finanzierung. „Ich bin aber zuversichtlich, dass wir alle offenen Punkte zeitnah abarbeiten können“, berichtet Bröcheler. Geplant sei, im April kommenden Jahres mit den Umbauarbeiten zu beginnen.

Der Entwurf stammt von dem Bocholter Architekturbüro Leson. Er sehe vor, den Charakter der 1957 errichteten Kirche so weit wie möglich zu bewahren, berichtet die Stiftung. Während die Natursteinoptik an der Fassade und der Grundriss erhalten blieben, seien im Inneren des Gebäudes größere Eingriffe nötig. Die Wohnungen verteilten sich später auf drei Stockwerke.

Verabschieden müssten sich die Rheder von Turm, Sakristei und Taufkapelle. Sie ließen sich nicht in das geplante Haus integrieren, so Bröcheler. „Der Turm beispielsweise nähme den Bewohnern des Hauses nicht nur Tageslicht, sondern vermittelte ihnen auch das dauerhafte Gefühl, in einer Kirche zu leben“, so der Geschäftsführer.