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Bewegendes Gedenken

75 Jahre nach Auschwitz-Befreiung

Mittwoch, 29. Januar 2020 - 13:48 Uhr

von Christian Vosgröne

75 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers in Auschwitz haben rund 100 Menschen in der St.-Agnes-Kapelle in Bocholt der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Das Programm gestalteten die vier Gymnasien, die Gesamtschule, der Arbeitskreis Synagogenlandschaften der VHS und die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit.

© Bruno Wansing/Stadt Bocholt

Die Schüler trugen unter anderem jüdische Lieder vor.

„Wir wollen die Erinnerung aufrechterhalten, um dieses grauenhafte Verbrechen nicht in Vergessenheit geraten zu lassen“, erklärte Charlotte Boland vom St.-Georg-Gymnasium in der Begrüßungsansprache.

Erster Stadtrat Thomas Waschki erinnerte an die beiden Bocholter Jeanette Wolff und Sigmar Seif, die den Nationalsozialismus überlebt, jedoch viele Familienmitglieder verloren hatten. Von Wolff stamme das Zitat „Wehret den Anfängen, wo Gruppen, Zeitungen und Schriften die Demokratie untergraben wollen“. 1967 habe sie als Bundestagsabgeordnete in ihrer Ansprache zur Woche der Brüderlichkeit diesen mahnenden Satz gewählt, weil damals mit der NPD eine rechtsextreme Partei in mehrere Landtage eingezogen war.

Die Schüler brachten sich mit musikalischen Einlagen, Vorträgen sowie Erfahrungsberichten nach Besuchen in Auschwitz und des Holocaust-Mahnmals in Berlin mit ein.

Zum Abschluss nutzen zahlreiche Besucher die Möglichkeit, ihre Hoffnungen und Wünsche auf Papier zu bringen. Viele sprachen sich darin für ein friedliches interkulturelles Miteinander ohne Fremdenhass aus.

© Bruno Wansing/Stadt Bocholt

Die Kapelle, Bocholts älteste Kirche, war bis auf den letzten Platz gefüllt.