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Das bringt das neue Jahr finanziell

Was ändert sich 2021? Infos der Verbraucherzentrale NRW

Mittwoch, 30. Dezember 2020 - 15:30 Uhr

von Christiane Schulz

Vom Verbot von Einwegplastik bis zur Einführung der Grundrente: Wir zeigen wichtige Änderungen im Jahr 2021.

© DAK/Getty Images/iStockphoto

Dass das Jahr 2020 beendet ist, stimmt wohl kaum jemanden traurig. Was das neue Jahr bringt, steht größtenteils noch in den Sternen. Klarheit gibt es aber bereits über Veränderungen, die staatlicherseits beschlossen wurden.

Das neue Jahr bringt auch unter finanziellen Aspekten einige Veränderungen für die Verbraucher mit sich.

Der Mindestlohn steigt

2021 steigt der gesetzliche Mindestlohn gleich zwei Mal. Ab dem 1. Januar sind 9,50 Euro brutto pro Arbeitsstunde das Minimum. Bisher waren es 9,35 Euro. Zum 1. Juli 2021 wird der Mindestlohn erneut erhöht auf dann 9,60 Euro brutto pro Zeitstunde.

Ausnahmen davon bleiben aber bestehen. So gibt es zum Beispiel keinen Mindestlohn für: Auszubildende Selbstständige, Langzeitarbeitslose und Ehrenamtliche.

CO2-Steuer erhöht

Heiz- und Spritkosten Durch die neue CO2-Abgabe könnten Heizen und Autofahren ab Januar 2021 teurer werden. Die CO2-Steuer wird unter anderem auf Benzin, Diesel, Heizöl und Gas fällig. Ziel der CO2-Steuer ist es, fossile Brenn- und Kraftstoffe weniger attraktiv zu machen und zum Umstieg auf klimafreundlichere Alternativen anzuregen.

Bei einem Gasverbrauch von 20 000 kWh ist 2021 mit einem CO2-Preis von 120 Euro zu rechnen. Aufgrund der gestaffelten Erhöhung liegt er für diesen Verbrauch im Jahr 2025 dann bei 264 Euro. Per Definition sind derzeit pro Tonne CO2-Ausstoß 25 Euro zu zahlen.

Das kann also je nach Verbrauch für Sie im Jahr 2021 Mehrkosten von gut 200 Euro bedeuten.

Kindergeld und

Kinderfreibetrag steigen

Im Januar 2021 steigt einerseits das monatliche Kindergeld um 15 Euro auf dann jeweils 219 Euro für die ersten beiden Kinder, auf 225 Euro für das dritte und auf 250 Euro für das vierte Kind.

Der Kinderzuschlag, der zusätzlich zum Kindergeld an Familien mit geringem Einkommen gezahlt wird, erhöht sich ebenfalls zum 1. Januar. Er beträgt dann bis zu 205 Euro pro Kind im Monat. Das ist eine Steigerung von 20 Euro.

Änderungen gibt es zudem auch beim sogenannten Kinderfreibetrag. Ab 2021 gilt für Eltern ein steuerlicher Kinderfreibetrag von 5460 Euro. Der Freibetrag ersetzt die bisherige Freigrenze von 5172 Euro. Gleichzeitig steigt auch der Freibetrag für den Betreuungs-, Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf eines Kindes. Hier gibt es eine Erhöhung um ebenfalls 288 Euro auf künftig 2928 Euro.

Insgesamt bedeutet das für Eltern eine steuerliche Freistellung zur Sicherung des Kinderexistenzminimums von bis zu 8388 Euro. Das ist eine Verbesserung von 576 Euro gegenüber dem Vorjahr.

Kein Solidaritätszuschlag mehr für Normalverdiener

Zusätzlich zur Lohnsteuer zahlen die meisten Steuerpflichtigen auch den sogenannten Solidaritätszuschlag. Wer den Soli in Höhe von 5,5 Prozent der jeweiligen Einkommenssteuer bisher zahlen musste, hing vom Einkommen ab: Alle Steuerzahler, deren Einkommensteuer über der Freigrenze von bisher 972 Euro lag, mussten einen Solidaritätszuschlag entrichten. Künftig müssen dann nur noch diejenigen Steuerzahler einen Solidaritätszuschlag leisten, die mehr als 16 956 Euro (Einzelveranlagung) beziehungsweise 33 912 Euro (Zusammenveranlagung) Einkommenssteuer abführen müssen. Soli zahlen müssen ab 2021 also nur noch Spitzenverdiener.

Die Grundrente kommt

Mit dem neuen Jahr wird in Deutschland die Grundrente eingeführt. Wer viele Jahre in die Rentenkasse eingezahlt, aber nur unterdurchschnittlich verdient hat, bekam bisher nur eine geringe Rente. So gering, dass sie teils sogar unter der Grundsicherung, also unter dem Niveau von Hartz IV, lag. Diese Schieflage soll die neue Grundrente beseitigen.

Ab dem 1. Januar sollen Rentner in Deutschland durch die Grundrente monatlich so viel Geld hinzubekommen, dass sie keine Grundsicherung mehr beantragen müssen. Der maximale Grundrenten-Zuschlag beträgt 418 Euro brutto im Monat.

Wer von der Grundrente profitieren möchte muss mindestens 33 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben – dazu zählen auch Zeiten der Kindererziehung oder Pflege. Ihr Einkommen liegt unter dem monatlichen Freibetrag von 1250 Euro für Alleinlebende oder 1950 Euro für Paare. Über die gesamte Zeit haben Sie höchstens 80 Prozent des Durchschnittsverdienstes im Jahr verdient (entscheidend ist das zu versteuernde Einkommen). Wer einen Anspruch auf die Grundrente hat, wird automatisch geprüft. Ein Antrag ist nicht erforderlich.

Neue Regelungen beim Elterngeld

Das Elterngeld gleicht fehlendes Einkommen aus, während Eltern ihr Kind nach der Geburt betreuen und dadurch nicht oder nicht mehr so viel arbeiten können. Dabei gibt es verschiedene Varianten des Elterngeldes: Basiselterngeld, Elterngeld-Plus und Partnerschaftsbonus.

2021 wird das Elterngeld neu geregelt. Für alle Eltern, deren Kinder ab dem 1. September 2021 geboren werden, gilt dann unter anderem: Neue Höchstarbeitszeit: Um Elterngeld beziehen zu können, durften Eltern bislang nicht mehr als 30 Wochenstunden im Lebensmonatsdurchschnitt arbeiten. Diese Grenze wird nun auf 32 Wochenstunden im Lebensmonatsdurchschnitt heraufgesetzt. Dadurch ist dann auch eine Vier-Tage-Arbeitswoche möglich.

Anspruch auf „Frühchenmonat“: Wird das Kind mindestens sechs Wochen vor dem eigentlichen Entbindungstermin geboren, haben Eltern künftig einen neuen gesetzlichen Anspruch auf einen weiteren Monat Basiselterngeld beziehungsweise auf zwei weitere Elterngeld-Plus-Monate.

Mehr Partnerschaftsbonusmonate: Um beiden Elternteilen den Wiedereinstieg in den Beruf nach der Geburt zu erleichtern, gibt es sogenannte Partnerschaftsmonate. Wollen sich die Eltern Geldverdienen und Kindererziehung untereinander aufteilen, können sie künftig beide, parallel vier zusätzliche Monate Elterngeld-Plus beziehen.-vz/cs-