Der Karneval pausiert weiter

In Bocholt gibt es 2022 keinen Rosenmontagszug. Auch der Frühschoppen fällt aus.

Der Karneval pausiert weiter

Engelchen und Teufelchen auf der Schulter des Bürgerausschusses: Am Ende sprachen mehr Gründe für eine Absage als für die weitere Planung des Bocholter Rosenmontagszuges.

Die Bocholter müssen im Februar erneut auf ihren Rosenmontagszug verzichten. Auch der traditionelle europäische Prinzenfrühschoppen und der Kinderkarneval fallen aus. Dies entschied der Bürgerausschuss des Bocholter Karnevals e.V. jetzt nach Gesprächen mit den hiesigen Vereinen und Zugteilnehmern. Es sei schwer abzuschätzen, wie sich die Corona-Pandemie entwickle, heißt es in einer Pressemitteilung. Dies lasse keine verlässliche Planung zu.

„Die Entscheidung tut weh, weil sich alle, die ein Herz für den Karneval haben, so sehr auf die ‚jecken Tage‘ und den Höhepunkt im Straßenkarneval gefreut haben“, berichtet Zugleiter Thomas Ribbes. Doch für Rosenmontag ließen sich keine Sicherheitsstandards festschreiben und kontrollieren.

„Die Wagenbauer und wir als Veranstalter müssten in der kommenden Woche einige kostenintensive Entscheidungen treffen, deren Finanzierung im Falle einer kurzfristigen Absage nicht aufzufangen wäre“, zählt Bürgerausschuss-Chef Ludger Thesing einen weiteren Grund auf, der für die Absage sorgte.

Bis zuletzt hatten die Verantwortlichen gehofft, den närrischen Lindwurm durch Bocholt ziehen lassen zu können. „Wir wollten ja, aber es waren noch gänzlich andere Voraussetzungen, als wir an der Durchführung festgehalten haben“, so Ribbes. Und: „Es wäre zudem auch das vollkommen falsche Zeichen, jetzt an einen Rosenmontagszug mit circa 2500 Teilnehmern und zigtausend Besuchern am Straßenrand zu denken. Wir hätten an zahlreichen Stellen Ansammlungen von vielen Personen und damit ein erhebliches Infektionsrisiko.“

Der Karneval sei ein Winter-Brauchtum, das am Aschermittwoch ende, und „keine reine Party-Sause“, betont Ribbes. Den Zugtermin wie in Düsseldorf zu verschieben, sei demnach keine Option.

Kleinere Karnevalsveranstaltungen der Vereine wie Sitzungen sollen unter aktuellen Auflagen stattfinden, sofern es die Lage zulässt.