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Die Zukunft ist gesichert

Orthopädieschuhmacher Reinhold Kampshoff erhält Silbernen Meisterbrief

Donnerstag, 31. März 2022 - 14:46 Uhr

von Christiane Schulz

Orthopädieschuhmacher Reinhold Kampshoff erhält Silbernen Meisterbrief

© Christiane Schulz

Ein Silberner Meisterbrief in frischem Design: „Das sind ja junge Leute, die den bekommen“, so der Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Borken, Christoph Bruns (links) bei der Übergabe an Reinhold Kampshoff. Barbara und Laura Kampshoff freuten sich mit

Bocholt (cs). Einen Platz für den Silbernen Meisterbrief müssen die Kampshoffs erst suchen, denn an den Wänden ihres Geschäftes an der Weberstraße 19 finden sich bereits zahlreiche Urkunden aus der Familiengeschichte. Da hängt der 1937er-Meisterbrief des Großvaters von Reinhold Kampshoff, Friedrich gleich neben dem von dessen Sohn, ebenfalls ein Friedrich – genannt Friedel – von 1957. Und wer den Kopf ein wenig dreht, sieht das 1997 in München ausgestellte Dokument von Reinhold Friedrich Kampshoff. Man kann also mit Fug und Recht von einer Schuhmacher-Dynastie sprechen, die der 59-Jährige aufrechterhält.

Kampshoff hatte seine Lehre Ende der 1970er-Jahre im elterlichen Geschäft an der Weberstraße begonnen. Nach dem Wehrdienst zog es ihn und später auch seine Ehefrau Barbara beruflich zunächst nach Bayern, wo Kampshoff in einem Industriebetrieb tätig war. Irgendwann schlugen die Gene aber wieder durch und er fragte beim örtlichen Schuhmacher-Meister an, ob er bei ihm aushelfen könne. Er konnte und machte in Sonthofen später sogar seinen Meister im Orthopädieschuhmacherhandwerk. „Das war ein ganz toller Meister und in München ist die beste Meisterschule“, erinnert sich Kampshoff gern zurück.

Seine Motivation ist,

Menschen zu helfen

Als das zweite Kind unterwegs war, kehrte die Familie nach Bocholt zurück. Hier übernahm Kampshoff ein paar Jahre später die Schuhmacherwerkstatt seines Vaters und erweiterte diese um die Orthopädieschuhtechnik. „Ich habe im reinen Schuhmacherhandwerk keine Zukunft gesehen“, sagt Kampshoff. Das Orthopädieschuhmacherhandwerk hingegen ist nicht nur ein zukunftssicherer Beruf, sondern auch einer, in dem man viel bewirken kann. Mit den richtigen Einlagen könne man zum Beispiel bei Diabetikern Amputationen verhindern, erläutert Kampshoff. Menschen zu helfen, dass sie wieder vernünftig laufen können, sei auch seine Motivation, so Kampshoff.

Seit drei Jahren bekleidet der Bocholter das Amt des Obermeisters seiner Innung im Kreis Borken. Stolz ist Kampshoff, dass Tochter Laura die Familientradition weiterführt und in zwei Jahren ihren Meister ablegen will. Dann beginnt die Suche nach einem Platz an der Wand wohl von Neuem.