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Eine kriminell gute Scheibe

Let’s „Schlagerbilly“! Das neue Album von Rebel Tell mit der Vorabsingle „Krösa Maja“ ist ein Garant für gute Laune, findet unser Musikexperte Jörg Honsel.

Freitag, 29. Juli 2022 - 13:48 Uhr

von Christiane Schulz

Let’s „Schlagerbilly“! Das neue Album von Rebel Tell mit der Vorabsingle „Krösa Maja“ ist ein Garant für gute Laune, findet unser Musikexperte Jörg Honsel.

© Jörg Honsel

Jörg Honsel konnte Rebel Tell-Gitarrist Billy Löwe treffen und mit ihm über das neue Album der Band sprechen.

Liebe Musikfreunde! Sie brauchen die richtige Musik, um schlechte Laune zu verdrängen? Dann habe ich den ultimativen Tipp für Sie: Das neue Album „Schlager ist nicht kriminell“ von Rebel Tell. Mit ihrer Vorabsingle „Krösa Maja“ hat die Band jüngst beim ZDF-Fernsehgarten und bei „Immer wieder sonntags“ in der ARD furiose Auftritte hingelegt.

Aber Vorsicht, Ohrwurmalarm! Das vorherige Album „Unter’m Strich alles Rock’n‘Roll“ aus dem Jahr 2015 und die Art und Weise, Schlagerklassiker zu covern, hoben die Schlagerwelt aus den Angeln. Ein neues Genre war geboren: „Schlagerbilly“, also Rockabilly meets Schlager. Billy Löwe, der E-Gitarrist der Band, kommt aus Bocholt und hat mich in sein kleines Tonstudio eingeladen. Dort erhielt ich noch vor der offiziellen Veröffentlichung die nagelneue CD und er sprach mit mir über das Album. Schon nach wenigen Worten war klar, wie begeistert Billy davon ist und seine Augen leuchteten, als er von der Band und ihrer Musik sprach.

Im Gegensatz zur letzten CD gibt es hier neben sieben Coverversionen bekannter Schlagerklassiker auch acht neue Stücke. Der Titelsong ist entstanden, da es für die Art und Weise, wie Rebel Tell Schlager spielt, nicht nur Applaus gab. „Einige können bis heute nicht verstehen, wie vier tätowierte Rock’n’Roll-Jungs in bunten Klamotten Schlager machen können“, so Billy. Die Band kontert im Refrain: „Schlager ist nicht kriminell – so klingt Rebel Tell.“ Der erste Coversong des Albums „Du kannst nicht immer 17 sein“ ist ein Klassiker bei den Liveauftritten der Band und nun endlich auf einem Album der Jungs. (Fast) jeder kennt das 1974er-Original von Chris Roberts und singt den Text oder Refrain laut mit. Hier geben die vier so richtig Gas! Das war auch die Zugabe beim RTL „Supertalent“ 2019. Juror Bruce Darnell sagte damals: „Ihr seid die beste Band, die hier jemals aufgetreten ist!“.

Vier Stücke wurden von dem bekannten Schlagerkomponisten Oliver Lukas geschrieben. Der Titel „Kinder vom Rhein“ ist eine Country-Ballade und eine Hommage an Franks Heimat, der am Rhein aufgewachsen ist. Und der Rhein verbindet: „Und so verschieden wir sind durch dich können wir vereint sein.“ Dazu hört man Hafengeräusche und einen Schiffsmotor.

Sie lesen selbst – das Album ist total abwechslungsreich. Dafür steht auch die Coverversion von „Nah Neh Na“ der belgischen Band Vaya Con Dios (1990). Billy erzählte mir, dass es manchmal schwierig ist, für Coverversionen die Musikrechte zu erhalten. Die Band war erstaunt, diesen Welthit mit deutschem Text veröffentlichen zu dürfen. Hören Sie mal rein, wie der Song jetzt klingt. Für mich einfach nur GENIAL!

Das letzte Stück „Was für ein geiler Tag“ erinnert ein bisschen an den 1983er Toy Dolls-Hit „Nellie the Elephant“. Mit einem langgezogenen „Oooooh“ wird der Refrain eingeläutet. Einen besseren Abschluss hätte es nicht geben können. Billy meinte, es könnte ihre neue Konzerthymne werden. Davon bin ich auch überzeugt. Trotz der Vielseitigkeit, der typische Rebel Tell-Stil prägt jeden Song: Daniels klackernder Kontrabass, das Shuffle-Schlagzeug von Aeilko, Billys E-Gitarre, Franks prägnante Stimme und ihr eingängiger Chorgesang. Produziert hat das Album Simon Allert (unter anderem Roland Kaiser, DJ Ötzi) in den Berliner Hansa Studios.

Ich verspreche: Nachdem Sie das Album gehört haben, ist jede schlechte Laune verraucht und Sie haben ein breites Grinsen im Gesicht. Let’s „Schlagerbilly“!

Schönes Reinhören

wünscht Ihnen wie immer

Ihr Jörg Honsel

Live in Barlo!

Am Sonntag, 2. Oktober, präsentiert das „Freudenhaus“ die Rebel Tell Band live in der Hotel- und Eventlocation Wissing-Flinzenberg in Bocholt-Barlo.

© Jörg Honsel