lokal & aktuell

Erfolgsmodell zum Verspeisen

Obst, Gemüse und mehr kostenlos für jedermann

Freitag, 4. November 2022 - 08:42 Uhr

von Gudrun Schröck

Die „Essbare Stadt“ in Bocholt feiert ihr fünfjähriges Bestehen und lädt Interessierte ein, sich an der Bewirtschaftung ungenutzter Flächen zu beteiligen.

© bib

Gerrit Seemann, Teresa Schmeing und Torsten Wollberg (von links) stehen vor dem wohl kleinsten Vereinsheim Deutschlands.

Bocholt (bib). Warum nicht auf öffentlichen Flächen Gemüse und Obst für jedermann anbauen, fragten sich Naturfreunde, denen brachliegende, ungenutzte Flächen in Städten immer wieder aufgefallen waren. So wurde die Idee zur „Essbaren Stadt“ geboren. Und in vielen Städten entstanden auf ungenutzten Flächen Gemüsebeete, Beerenbüsche oder Kräuterbeete. Dort kann sich jeder bedienen, sofern nicht ein Namensschild angebracht ist.

„Einfach war es nicht, bis wir die Stadt überzeugen konnten, immerhin hat es sechs Jahre gedauert, bis wir eine Fläche bekamen, sagt Torsten Wollberg, 1. Vorsitzender des Vereins „Essbare Stadt Bocholt/Borken“. „Aber heute werden wir sehr unterstützt, denn unsere Essbare Stadt ist ein Erfolgsmodell“, freut er sich.

Im Klostergarten, ganz in der Nähe der Seniorenanlage „Guter Hirte“, werden unter Anleitung von Wollberg und Gerrit Seemann seit fünf Jahren Gemüse, Obst und allerlei andere Feldfrüchte angebaut. „Nachhaltiger und regionaler geht’s nicht“, so Wollberg. Meist sind es Bewohner aus der Umgebung und deren Kinder, die ein Beet nutzen, sich dort treffen und austauschen. Seemann kümmert sich um die Jugendarbeit. Gemeinsam mit den jungen Naturfreunden zieht er Samen und leitet sie an, beim Aussäen, Pflegen und Ernten.

Der Klostergarten ist gewissermaßen die Keimzelle der Essbaren Stadt, denn das Projekt ist gewachsen. In der Klausener Straße entstand mit Unterstützung des Nabu eine grüne essbare Insel, vier Hochbeete wurden in der Rebenstraße angelegt und auch in der Wesemannstraße gibt es dank der Zusammenarbeit mit dem „Betreuten Wohnen“ eine kleine Essbare Stadt. „Noch sind Flächen zu vergeben. Wer ein kostenloses Beet haben möchte, kann sich gern bei mir melden“, sagt Torsten Wollberg. Unter 0160-7765242 oder via E-Mail an torsten.wollberg@gmx.de ist er zu erreichen.