Mit der Nutzung unserer Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Mehr Informationen. Verstanden
lokal & aktuell

„Es wird viele treffen“

Corona: Warum die Schulen und Kitas trotzdem öffnen

Dienstag, 10. März 2020 - 16:49 Uhr

von Christian Vosgröne

Im Zuge der Absage aller Großveranstaltungen in Nordrhein-Westfalen haben Ministerpräsident Armin Laschet und Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann zur Solidarität aufgerufen.

© Pixabay

Wann Großveranstaltungen wieder stattfinden können, steht noch nicht fest.

Der Frühjahrs-Send in Münster, Fußballspiele, Konzerte: Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat am Dienstagnachmittag den Weg für die Absage von Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern freigemacht, um die Verbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Bei kleineren Veranstaltungen sollen die Gesundheitsämter vor Ort selbst über eine mögliche Absage entscheiden – für Bocholt, Rhede und Isselburg ist das Kreisgesundheitsamt in Borken, für Hamminkeln die Behörde in Wesel zuständig.

„Mehr denn je ist jetzt Rücksichtnahme und Zusammenhalt gefragt“, erklärte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet im Düsseldorfer Landtag. Jeder könne in den kommenden Wochen mit seinem Verhalten in Bezug auf die Freizeitgestaltung dazu beitragen, das Virus an seiner Ausbreitung zu hindern und somit ältere und geschwächte Bürger schützen. „Der junge Mensch, der in die Disco geht, ist vielleicht selbst gar nicht gefährdet, aber wenn er einen Dritten ansteckt, ist dieser es vielleicht“, so Laschet.

Der Erlass der Landesregierung, der noch am Dienstag an die unteren Gesundheitsbehörden verschickt wurde, gelte bewusst zeitlich unbefristet, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann. Es könne zurzeit niemand sagen, wie lange die Gefahr noch besteht. „Es wird viele treffen“, sagte Ministerpräsident Armin Laschet.

Vor allem in den sozialen Medien wird diskutiert: Weshalb werden Veranstaltungen abgesagt, während Schulen und Kitas grundsätzlich geöffnet bleiben? NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann stellt dazu eine Gegenfrage: „Was ist unverzichtbar, um das öffentliche Leben aufrechtzuerhalten?“ Blieben die Kinder zu Hause, fehlten automatisch etwa Pfleger und Ärzte in den Krankenhäusern und Mitarbeiter in den Firmen. Die Logistik würde zusammenbrechen und das könnte wiederum ein Versorgungsproblem zur Folge haben.

Der Bus- und Bahnverkehr sei wichtig, damit die Menschen ihren Arbeitsplatz erreichen könnten, so Gesundheitsminister Laumann. „Die Gesellschaft ist gefragt, den Grundwert der Solidarität konkret zu leben“, ergänzte Laschet.