„Glaubwürdige“ Betrugsmasche

Betrügerbanden gehen offenbar immer dreister vor, um mit ihrer Masche glaubwürdig zu wirken. Gleich drei Fälle zählte die Polizei in den vergangenen zwei Wochen in Bocholt und Isselburg, bei denen die Täter erfolgreich waren und Geld erbeuteten. Zuletzt erlitt eine Bocholterin einen Schaden von mehreren Tausend Euro, heißt es im Polizeibericht.

„Glaubwürdige“ Betrugsmasche

In drei Fällen griffen die Betrüger auf die Konten ihrer Opfer zu. Der Schaden im jüngsten Fall ging in die Tausende.

Was war passiert? Und warum schenkten die Opfer den Betrügern Glauben? Im jüngsten Fall erhielt eine Frau einen Brief, der tatsächlich von ihrer Bank stammte. Das Schreiben informierte sie laut Polizei über ein Umstellen des TAN-Verfahrens für ihren Onlinebanking-Zugang. Allerdings war dieser Vorgang von den Tätern in die Wege geleitet worden: „Die Daten haben sie auf illegalem Weg in Erfahrung gebracht“, so die Ermittler.

Die Masche: Die Betrüger stellen mit den Daten eines Kunden einen Änderungsantrag für das TAN-Verfahren bei der Bank – in dem Wissen, dass dem Kunden ein Brief geschickt wird. Dies nutzen die Kriminellen aus und schicken zeitgleich „Erinnerungsnachrichten“ per SMS auf das Handy ihres Opfers. Die Polizei spricht von einer „hohen Glaubwürdigkeit“.

Den Brief der Bank, den die Frau erhalten hatte, war echt, die SMS allerdings nicht: „Über einen Link in der Nachricht gelangte die Bocholterin auf eine Internetseite, die dem echten Webauftritt ihrer Bank täuschend echt ‚nachgebaut‘ war. Dort gab die Kundin einen Bestätigungscode für den Wechsel zum neuen Push-TAN-Verfahren ein, den sie im Schreiben ihrer Bank erhalten hatte. Auf diesem Weg konnten die Täter ihr eigenes Smartphone im Online-Banking der Geschädigten einrichten: Es kam zu Überweisungen in einer Gesamthöhe im vierstelligen Euro-Bereich“, berichtet die Polizei.

In den Tagen zuvor waren auf den Tischen der Ermittler zwei identische Fälle aus Bocholt und Isselburg gelandet. Sie warnen nun vor dieser dreisten Betrugsmasche. Die Polizei rät: Wer einen Brief von seiner Bank erhält und gleichzeitig eine SMS oder einen Anruf, der sollte sich mit seinem Kreditinstitut in Verbindung setzen und fragen, was der Grund für das Schreiben war.