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Hilfe für Nachbarn in Not

Startschuss zur Spendenaktion fällt zur Bocholter Kirmes

Donnerstag, 20. Oktober 2022 - 14:39 Uhr

von Stefanie Himmelberg

Bedürftige aus dem BBV-Verbreitungsgebiet können bis Ende November einen Antrag auf Unterstützung stellen.

© Ludwig van der Linde

BBV-Verleger Jörg Terheyden (l.) und Manfred Rickert vom Lions-Hilfswerk hoffen auf viele Spenden für „Nachbarn in Not“. FOTO: vdl

Es sind unsichere Zeiten: Die galoppierende Inflation, steigende Energiekosten und dann ist da auch noch Corona – das Leben ist für viele Menschen mehr denn je eine Herausforderung. Vor allem Alleinerziehende, Familien mit kleinem Einkommen oder Menschen, die von einer schweren Krankheit oder einem plötzlichen Jobverlust getroffen sind, haben es schwer. Hier hilft „Nachbarn in Not“, die Aktion der BBV Mediengruppe.

Zum 37. Mal werden Spenden gesammelt und vor Weihnachten an unverschuldet in Not geratene Menschen aus dem BBV-Verbreitungsgebiet verteilt. Seit dem Start der Aktion 1986 sind bereits mehr als zwei Millionen Euro zusammengekommen; allein im vergangenen Jahr waren es knapp 85000 Euro, berichtet BBV-Verleger Jörg Terheyden. Für dieses Jahr liegt das Spendenbarometer bisher bei gut 11000 Euro.

Früher wie heute gilt: Jeder Euro kommt an, sagt Manfred Rickert, Vorsitzender des Lions-Hilfswerks, über das die Hilfsaktion abgewickelt wird. Verwaltungskosten gebe es keine. Wenn die ältere Dame mit ihrer übersichtlichen Rente 30 Euro spende, dann wisse sie zwei Dinge ganz genau: Das Geld geht an einen Bedürftigen aus Bocholt, Rhede, Isselburg oder Dingden. Und dieser Mensch leide Not.

Die Organisatoren rechnen damit, dass aufgrund der allgemein gestiegenen Lebenshaltungskosten deutlich mehr Menschen einen Antrag stellen als sonst. Wer nicht weiß, wie er die horrenden Kosten für Strom und Gas aufbringen kann, sollte sich zunächst an die Stadtwerke, das Jobcenter und/oder die Sozialämter wenden, die dann gemeinsam nach Lösungen suchen könnten, heißt es.

Wer letztendlich Geld von „Nachbarn in Not“ bekommt, entscheidet ein ehrenamtliches Gremium; es besteht aus Margret Brücks (Pfarrgemeinde Liebfrauen), Ana Finkenberg und Ruth Tepaße (Pfarrgemeinde St. Georg), Marita Degeling (Pfarrgemeinde St. Josef) sowie Manfred Rickert, Johannes Tepaße und Jörg Terheyden. Die Frauen und Männer sichten jeden einzelnen Antrag und entscheiden nach sorgfältiger Prüfung, ob und wenn ja, wie viel Geld jemand bekommt – oder ob vielleicht Hilfe von anderer Seite eine Alternative ist.

Antragsformulare für „Nachbarn in Not“ liegen seit Dienstag in den Pfarrämtern im BBV-Verbreitungsgebiet sowie in den BBV-Geschäftsstellen in Bocholt und Rhede aus. Zurückgegeben werden müssen sie bis zum 30. November und werden dann bis Weihnachten bearbeitet. Am Dienstag, 29. November, liegt dem BBV ein Infobrief mit einem Überweisungsträger bei. Wer Geld für „Nachbarn in Not“ spenden möchte, kann diesen ganz bequem nutzen.