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Jobangebot beim Austragen

Den „mein StadtKurier“ verteilen: Eine Aufgabe für Ausgeschlafene

Freitag, 27. August 2021 - 16:55 Uhr

von Christiane Schulz

Florian Schmitz bringt seit zwei Jahren, Schule, Botenjob und Musik unter einen Hut.

© Christiane Schulz

Persönliche Zustellung:Florian Schmitz (links) an der Tür von Thomas Schmeinck.

Für Florian Schmitz hat der erste eigene Job viel mit dem Bewusstsein zu tun, selbst Geld zu verdienen. Für den 15-Jährigen ist es ein gutes Gefühl, nicht auf das Taschengeld angewiesen zu sein, wie viele seiner Freunde. „Ich weiß am Ende des Monats, was ich getan habe und bekomme mein Geld dafür“, sagt der junge Bocholter. Seit zwei Jahren trägt der Schüler den „mein StadtKurier“ aus. Wie bei vielen anderen Zeitungsboten auch, war es bei Florian ein älteres Geschwisterkind – in seinem Fall die Schwester – die den Job zuvor gemacht hat. „Damals habe ich ihr manchmal beim Austragen geholfen“, berichtet Florian Schmitz. Daher kannte er die Aufgabe schon, als er vor zwei Jahren selbst Bote wurde.

Das Gebiet des angehenden Abiturienten beginnt in unmittelbarer Nähe zu seinem Elternhaus. „Hinter dem Bäcker am Sandbach fängt meine Tour an“, sagt Florian. Und die kennt er aus dem Effeff. „Wenn ich gut gelaunt bin, brauche ich eineinhalb Stunden, wenn nicht, dann zwei“, sagt Florian und lacht. Lediglich beim Schneechaos im vergangenen Winter war er drei Stunden unterwegs.

Rund 230 Exemplare bringt der Bocholter an den Mann und die Frau. Das ist wörtlich zu nehmen, denn immer wieder drückt er den Lesern, die draußen sind, die Zeitung persönlich in die Hand. „Dabei habe ich sogar schon mal ein Jobangebot bekommen“, erinnert sich Florian. Er könne in einer Schrauberwerkstatt anfangen, wurde ihm gesagt. „Hab ich aber nicht gemacht und bin dem StadtKurier treu geblieben“, so Florian und lacht. Auf den neuen, früheren Erscheinungstermin am Freitag freut sich der Schüler bereits: „Dann verteile ich nach der Schule und kann samstags ausschlafen“, sagt er.

In der Klausurphase sei es manchmal stressig, aber wenn er am Ende des Monats seinen Kontostand sehe, das sei schön, so der Schüler. Und es schmerze ihn, wenn er es ausgibt, räumt er ein.

Mit dem selbst verdienten Geld hat Florian sich eine teure Drohne mit Kamera gegönnt, mit der er im Urlaub filmt. Neben Schule und Botenjob, eine von Florians anderen Interessen. So wie die Musik. „Ich spiele seit neun Jahren Saxofon, in der Bigband der Schule und an der Musikschule“, sagt er.

Nach dem Abi im kommenden Jahr möchte der junge Bocholter eine Ausbildung im Handwerk beginnen.