„Man redet nicht mit uns“

27 Real-Mitarbeiter aus Bocholt und vier Beschäftigte aus Rhede haben sich am Freitagmorgen an einer Protestaktion am Rande der Metro-Hauptversammlung in Düsseldorf beteiligt. Das sagte der Bocholter Betriebsratsvorsitzende Klaus Hübner im Gespräch mit „mein StadtKurier“. Aufgerufen dazu hatte die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di). Der Betrieb an beiden Standorten lief derweil weiter.

„Man redet nicht mit uns“

Mit Sprechgesängen wie „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“ und Plakaten mit der Aufschrift „Wir wollen in sichere Hände“ übten insgesamt mehrere Hundert Real-Beschäftigte in Düsseldorf Kritik an dem anstehenden Verkauf und forderten die Absicherung ihrer Arbeitsplätze und Löhne.

Die Handelskette Real umfasst bundesweit rund 270 Märkte und 34000 Beschäftigte. Sie soll an ein Konsortium um den Finanzinvestor SCP und den Immobilieninvestor X-Bricks verkauft werden. In trockenen Tüchern war dieser Deal zur Hauptversammlung der Aktionäre allerdings noch nicht. „Die Teams sitzen beim Notar“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Metro AG, Olaf Koch. Gleichzeitig verteidigte er den auch für ihn „schmerzlichen“ Verkauf.

Die Warenhauskette durch verschiedene Maßnahmen wieder auf Spur zu bringen, sei gescheitert. Koch machte dafür unter anderem die Personalkosten verantwortlich, die 30 Prozent höher gewesen seien als bei den Mitbewerbern. „Man mag das nicht hören, aber es ist Fakt“, erklärte der Vorsitzende.

Unklar blieb, welche Märkte weitergeführt, geschlossen oder an andere Ketten weiterverkauft werden. „Man redet nicht mit uns“, beklagt Klaus Hübner. Die Hauptversammlung hätte keine neuen Erkenntnisse gebracht. Der Betriebsrat befürchtet, dass die Ungewissheit noch wochenlang über den hiesigen Märkten mit ihren 250 Beschäftigten schweben könnte.