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„Mit engagiertem Einsatz viel erreicht!“

Ein Gastbeitrag von André Bösing: Uganda Ewaldi Community School

Donnerstag, 31. Oktober 2019 - 14:29 Uhr

von Von André Bösing

26 Bocholter gestalten die Arbeit an der Ewaldi Community School mit und erhalten dafür unvergessliche Momente und Begegnungen.

© Privat

„Es kann ja nur noch besser werden“, beschlossen die 26 Teilnehmer der Projektreise, die in den Herbstferien die Ewaldi Community School in Nakaseke/Uganda besuchten, nachdem beim Hinflug bereits einige Koffer nicht angekommen waren und eine Teilnehmerin wegen abgelaufenen Passes den Flieger nicht besteigen durfte. Doch tapfer und trotz der widrigen Umstände ließen sich die Teilnehmer auf das Abenteuer Afrika ein.

Viele Monate zuvor hatten die Mitfahrer die Fahrt geplant, sich Projekte für den Zeitraum überlegt und sich über Kultur und das Land Uganda erkundigt. Bei dem zweiwöchigen Aufenthalt ging es dann darum in der ersten Woche an der Schule zu arbeiten und sich in der zweiten Woche das Land anzuschauen und die Schönheit von Uganda kennenzulernen.

Mittlerweile sind so durch die deutsch-ugandische Kooperation des Projektes der Gemeinde St.-Josef eine Schule, ein Kindergarten, eine Berufsschule, mehrere Schlafsäle, eine Aula, ein Haus für Gäste und Freiwillige sowie viele weitere Projekte entstanden. Doch nicht immer ist die Absprache über die Distanz leicht, so wurde die Technik für den neu zu installierenden Computerraum in Deutschland vorbereitet.

„Als wir ankamen, sollten Netzwerkkabel vorhanden sein, die wir vorher genau beschrieben hatten“, erzählt Jan Kujawa „das waren sie auch, jedoch an einem Stück und wir mussten deswegen die ersten drei Tage mit vielen fleißigen Händen die Kabel erst einmal selbst erstellen.“ Mit diesen Widrigkeiten gingen die Gruppe und vor allem die ugandischen Mitarbeiter kreativ um, sodass zum Staunen der Deutschen am Ende doch immer ein Ergebnis stand.

Doch nicht nur technisch wurde an der Schule weitergearbeitet. Beim Erstellen der Laternen für den schon traditionellen Martinszug, beim Einrichten und Ergänzen der zwei Jahre alten Bücherei sowie bei der pädagogischen Mitarbeit im Kindergarten standen die Begegnungen mit den Kindern und Erziehern im Vordergrund.

„In diesem Jahr haben wir feststellen können, dass die Kinder einen viel freieren Umgang mit Büchern haben“, freuen sich Elisabeth Blenker und Brigitte Giesenkirchen, die bereits in den Vorjahren an der Einrichtung der Bibliothek mitgewirkt haben. Bücher sind in Uganda nur schwer zugänglich, doch der Traum, den Kindern Freude am Lesen zu vermitteln, ist aufgegangen.

Ein großer Augenblick in den Tagen war die Einweihung des Kindergartens, zu dessen Anlass extra aus dem 150 Kilometer entfernten Luwero der Diözesanbischof Semogerrere anreiste. Leider einen Tag früher als geplant, doch durch die gute Organisation der Direktoren Annet und Steven Sango, konnten die über 600 Gäste umbestellt werden. Mit einem großen musikalischen Empfang, Tänzen und Reden sowie der Festmesse wurde der Anlass gefeiert und der Kindergarten eingeweiht.

In meiner Rede habe ich den anfänglichen Traum, Kindern zu helfen, mit einem Samenkorn verglichen, welches zu einem großen Baum geworden ist, wovon jetzt 411 Kinder an der Ewaldi Community School sind, 220 Kinder die weiterführende Schule besuchen und 35 Kinder bereits eine Ausbildung machen oder abgeschlossen haben, sozusagen Früchte des Samens sind.

Glücklich und erfolgreich konnten die Projektbesucher die erste Reisewoche mit einer großen Feier abschließen, jedoch nicht ohne vorher die Familien der Kinder besucht zu haben. „Nach den positiven Eindrücken der Woche an der schönen Schule konnte ich mir gar nicht mehr vorstellen, woher die Kinder kommen,“ berichtet Isabella Kujawa, deren Patenfamilie die Gruppe besuchte. „Ich bin jedes Mal wieder sehr demütig, wenn ich sehe, dass hier Großfamilien mit über 14 Kindern in einer maroden Hütte aus Lehm leben müssen“.

Um so glücklicher sind die Mitfahrerenden, an der Schule zu sehen, was mit ihrem Einsatz, den Spenden und Patenschaften erreichbar ist. So hatte die Gruppe trotz der anfänglichen Anreiseprobleme, eine erlebnisreiche und positive Woche an der Schule und einen erholsamen Abschluss im Nationalpark. Am vergangenen Freitag kam die Gruppe voller bleibender Eindrücke und großen Erfolgserlebnissen wieder in Bocholt an der Ewaldikirche an.

Das nächste Projekt ist in Planung: In den kommenden Herbstferien bietet André Bösing wieder eine Fahrt für Ehrenamtliche an, um in der Schule mitzuarbeiten. Mehr Infos gibt es bei André Bösing unter 0151/ 12425268 oder unter www.uganda-ewaldi.de.

Es werden für die nächste Fahrt noch gebrauchte Instrumente und Spenden für neue Nähmaschinen benötigt: Spendenkonto: Gemeinde St. Josef IBAN DE 33 4286 0003 0005 5909 06. Auch gibt es immer die Möglichkeit, eine Patenschaft für ein Schulkind zu übernehmen.

© Privat

Die drei Direktoren André Bösing, Annet und Steven Sango pflanzen Bäume im Mischgarten der Schule. Nachhaltigkeit und Umweltschutz sind Schwerpunkte der Arbeit an der Schule.

© Privat

Diözesanbischof Semogerere der Diözese Luwero wundert sich bei der Einweihungsfeier des neuen Kindergartens über die technischen Errungenschaften der letzten Jahre, insbesondere den neuen Computerraum.