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Mobile Eckenlampe zur besten MINT-Idee gekürt

Mariengymnasium gewinnt Innovationswettbewerb

Dienstag, 2. Juli 2019 - 11:48 Uhr

von Christian Vosgröne

„Wenn es diese Lampe im Baumarkt zu kaufen gäbe, ich würde sie sofort einpacken“ – das Statement eines Jurors nach der Präsentation war ein gutes Omen.

Foto: Unternehmerverband

Das Siegerteam des Mariengymnasiums mit seiner Eckenlampe, die mit nur einem Handgriff in jeder rechtwinkligen Ecke befestigt werden kann. Anstatt eines Klebers werden Silikonpads verwendet sowie ein eigens entwickelter Haft-/Verriegelungsmechanismus. Die Lampe soll handelsübliche Baustrahler ersetzen, welche umständlich zu befestigen sind beziehungsweise Rückstände hinterlassen oder Bodenarbeiten erschweren.

Beim Wettbewerb „Schüler macht MI(N)T!“ hat die mobile Eckenlampe „MEL“, die acht 14- bis 18-jährige Schüler des Bocholter Mariengymnasiums erfunden und gebaut hatten, gewonnen. Sie bildeten eins von elf Teams, fünf davon aus Bocholt, eins aus Borken und fünf aus Wesel, die sich im vergangenen halben Jahr mit Ideen rund um das Thema „Nützliche Helfer im Berufsalltag“ beschäftigt haben.

Am Freitag endete der Wettbewerb mit den Präsentationen und der Preisverleihung in der Westfälischen Hochschule in Bocholt. Auch die Plätze 2 und 3 sowie der Publikumspreis bleiben im Kreis: Auf dem zweiten Platz landete eine automatische Mais-Drille von Schülern des Berufskollegs Borken. Und Platz 3 und zugleich der Publikumspreis ging an das Team des Bocholter Euregio-Gymnasiums, das mit seinem Filament-Verbinder beim 3D-Druck Ressourcen schont und Mehrfarbigkeit erzeugt.

Mit dem Wettbewerb möchten die ausrichtenden mittelständischen Unternehmen Grunewald aus Bocholt und Clyde Bergemann aus Wesel den potenziellen Nachwuchs für Ausbildung und Studium in technischen Berufen begeistern. Mit Know-how, ihren Azubis und Equipment stehen sie den Jugendlichen zur Seite, damit sie ihre Ideen umsetzen können.

„Die ersten drei Gewinner haben wirklich mit Produkten überzeugt, die praktisch anwendbar und nützlich sind“, lobte Ulrich Grunewald, Geschäftsführer des gleichnamigen Bocholter Unternehmens. Er freute sich sehr mit den drei Gewinnern aus dem Kreis Borken, die durch den Wettbewerb auch Einblick in den Berufsalltag produzierender Betriebe bekommen haben.


Schüler mit vielen interessanten Ideen

Der Unternehmerverband koordinierte den Wettbewerb zum 14. Mal. „So wecken wir Freude an Technik und fördern Spaß am Ausprobieren und Tüfteln. Vor allem stellen wir auf diese Weise auch Kontakt zu hiesigen Unternehmen her, die Nachwuchskräfte im technischen Bereich suchen“, erläutert Elisabeth Schulte, die beim Unternehmerverband für den Bereich Schule/Wirtschaft verantwortlich ist.

Neben den drei Sieger-Ideen gab es noch einen Besteck-Sortierer, einen Tafelreiniger-Roboter und einen Arbeitsblatt-Generator. „Die Ideen waren wirklich gut und die Präsentationen mit Videofilmen sehr professionell. Am Ende lagen die Teams sehr eng beieinander, wobei die MEL einstimmig siegte“, erläuterte Jury-Mitglied Dr.-Ing. Wolfgang Brockerhoff von der Fakultät für Ingenieurwissenschaften an der Universität Duisburg-Essen. Er bildete die Jury gemeinsam mit Prof. Dr. Heike Beismann von der Westfälischen Hochschule und Prof. Dr. Peter Kisters von der Hochschule Rhein-Waal.

Foto: Unternehmerverband

Das Team des Euregio-Gymnasiums sicherte sich Platz 3 und den Publikumspreis. Sie entwickelten und bauten einen Filamentverbinder für 3D-Druck-Kunststoffschnüre. Diese so genannten „Filamente“, insbesondere Reststücke, können mit dem kleinen Klapp-Apparat zu einem neuen Stück oder einer neuen Filament-Rolle zusammengeschmolzen werden. Durch den Klapp-Mechanismus wird vermieden, dass die Schnüre erst aufwendig und auf kompletter Länge eingefädelt werden müssen. Schöner Nebeneffekt: Es können, auf circa eine halbe Schicht genau, unterschiedliche Farben verwendet werden, sodass bunte Werkstücke entstehen.