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Notinsel-App: Hilfe und mehr

Neues Angebot soll das Miteinander in den Städten stärken

Freitag, 9. Oktober 2020 - 14:21 Uhr

von Christiane Schulz

Ab Mitte November soll das neue Angebot verfügbar sein, dass die Website ablöst und zahlreiche Services, unter anderem eine Notruf-Funktion, bietet.

Ein wachsendes Problem in unserer Gesellschaft, sind Gewalt und Übergriffe an Kindern. Sie begegnet uns und unseren Kindern leider überall, in der Schule, auf dem Spielplatz oder auf dem Weg nach Hause.

Aktuelles Beispiel ist Leipzig, wo in dieser Woche der gleiche Täter mehrfach versuchte Kinder zu entführen. Fälle wie dieser verunsichern Eltern.

Und da setzt die Kinderschutzstiftung „Hänsel + Gretel“ mit einem neuen digitalen Angebot an: der Notinsel-App.

2002 hat „Hänsel + Gretel“ mit den Notinseln für Kinder, die sich bedroht fühlen oder Hilfe benötigen, einen Zufluchtsort geschaffen, an denen ihnen geholfen wird. Auch die kleinen Wehwehchen, die glücklicherweise den Großteil der Anfragen ausmachen, werden bei den Notinsel-Partnern ernst genommen.

Das Projekt wird deutschlandweit mittlerweile in mehr als 17 100 teilnehmenden Städten, Gemeinden und Landkreisen von verantwortlichen Partnern umgesetzt.

In Bocholt ist das Bündnis für Familie, seit August 2008 Partner des Notinsel-Projektes. Hier gibt es aktuell 190 Notinseln, die durch das am Eingang oder Schaufenster angebrachte Notinsel-Signet erkennbar sind.

Gemeinsam mit ihrem Kooperationspartner der Deutschen Stadtmarketing-Gesellschaft hat die Kinderschutzstiftung „Hänsel + Gretel“ als Träger der Notinsel die neue Notinsel-App entwickelt. „Die Notinsel bietet einen idealen Rahmen um neben der Schutzfunktion auch ein verbindendes Element einer Gemeinde, einer Stadt, eines Landkreises zu sein, frei nach dem Motto: ,Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen‘“, heißt es in einer Pressemitteilung der Deutschen Stadtmarketing-Gesellschaft. Und weiter: „Wir sind gemeinsam der festen Überzeugung, die vorhandenen Möglichkeiten der Notinsel – auch im Sinne der Stärkung des regionalen Handels – viel besser nutzen können.“

Dafür wird tatkräftig fünfstellig investiert. Die Notinsel-App wird als zentrales Kommunikationsmittel die aktuelle Webseite komplett ablösen.

Details zur neuen Notinsel-App

„Wir wollen Eltern und Kindern die Möglichkeit einer sicheren Wegeplanung geben. Zudem wird es einen Notruf-Button geben, auf dem man eigene Nummern hinterlegen oder auch die 110 anklicken kann“, teilen die Projektpartner mit. Natürlich werden dem Nutzer, in dem die App aufgerufen wird, alle bundesweiten Notinseln angezeigt.

Die Notinsel ist seit knapp zwei Jahren Partner der Wayguard-App der Axa. Die Nutzung der 24/7-Hotline oder die Integration der Begleitfunktion ist geplant. Darüber hinaus sollen die Handlungsanweisungen mit den regionalen Notrufnummern immer zentral beibehalten werden und auch in der App verfügbar sein.

Geschäfte erhalten – wie bisher – einen kostenlosen Standardeintrag mit Name und Adresse des Geschäftes sowie den Öffnungszeiten.

Für die Notinsel-Standorte sind Web-Konferenzen über einen Dienst wie Google Hangouts vorgesehen, um sie in die Aktivitäten einzubinden. Zur Entlastung der kommunalen Notinsel-Standortpartner soll die direkte Kommunikation zu den Notinsel-Geschäften über einen Newsletter laufen. -cs-