Plaudereien über den Gartenzaun

Hubert Hüls mag seine Arbeit als Stadtkurier-Bote. Man sei an der frischen Luft, in Bewegung und nette Leute treffe man auch, sagt er.

Plaudereien über den Gartenzaun

Hubert Hüls ist gerne als Zusteller unterwegs. Seinen Verdienst legt er für regelmäßige Radurlaube mit einem Freund beiseite.

Der Hund, der Hubert Hüls den Stadtkurier mit der Schnauze abnimmt, um ihn zu seinem Herrchen zu bringen. Die Frau, die ihm häufig ein Stück weit in der langen Einfahrt zu ihrem Haus entgegenläuft. Kleine Plaudereien über den Gartenzaun, die über ein freundliches Hallo hinausreichen. Daran denkt Hubert Hüls gerne, wenn er von seiner Arbeit als Stadtkurier-Bote erzählt.

Wöchentliche Runde

Im Bezirk 5251 sorgt der 70-Jährige dafür, dass die Menschen den Stadtkurier pünktlich in ihrem Briefkasten finden. Rund 120 Exemplare trägt der Lowicker aus, rund eineinhalb Stunden benötigt er für seine wöchentliche Runde – vom Beladen des Fahrrads im heimischen Carport bis zur Rückkehr nach Lowick. Den Zettel mit der Übersicht über die Adressen, die er zu beliefern hat, benötigt er längst nicht mehr. Die habe man nach zwei, drei Runden drin, sagt er.

Bei Wind und Wetter unterwegs

Hubert Hüls hat zuletzt als Kraftfahrer gearbeitet. Seit 2014 ist er Rentner. Durch die Suche nach einem Minijob kam er im Dezember 2019 zum Stadtkurier. Anfangen hat er mit einem Bezirk am Mittwoch. Seitdem der Stadtkurier nur noch samstags erscheint, ist Hubert Hüls am Wochenende im Einsatz. Zu seinem Revier gehören die Bayernstraße, Cimbernstraße, Elsaßstraße, Pfälzer Straße, Teutonenstraße, Welfenstraße und Im Neuen Esch.

Ein Auto braucht Hubert Hüls für seine Arbeit nicht. Für Wind und Wetter sei er bestens gerüstet. In Bocholt sei man mit dem Fahrrad ohnehin meistens schneller unterwegs, sagt der begeisterte Radfahrer, der auch Urlaube gerne im Fahrradsattel verbringt. Das Geld, das er beim Austeilen verdient, legt er für Fahrradurlaube mit einem Freund beiseite. Gerne fahren die beiden am Wasser entlang, an der Elbe waren sie schon und an der Oder und Neiße. Auch für nächstes Jahr haben die Freunde einen Plan: Gerne würden sie einen Teil des Radwegs Deutsche Einheit erkunden, der die ehemalige Bundeshauptstadt Bonn mit der heutigen Hauptstadt Berlin verbindet. Die rund 1100 Kilometer lange Strecke präsentiert historische Schauplätze, an denen das Zusammenwachsen von Ost und West greifbar wird.