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Ab Montag kann – mit Termin – wieder in Geschäften eingekauft werden

Freitag, 5. März 2021 - 17:40 Uhr

von Christiane Schulz

Ab Montag kann – mit Termin – wieder in Geschäften eingekauft werden

© Christiane Schulz

„La Belle“-Filialleiterin Marion Wender (Mitte) und ihre Mitarbeiterinnen Birgit Schwall und Maria Lamers, haben rasch reagiert und vergeben bereits seit Donnerstag Termine an die Kunden.

Bei Kerstin Schmitt vom Bocholter Stadtmarketing steht das Telefon nicht still. „Die Händler möchten wissen, was genau sie nun tun können. Die Stadtmarketing-Mitarbeiterin musste bis gestern Mittag auf die noch ausstehenden Verordnungen von Land, Kreis und Stadt verweisen. „Das muss ja alles rechtsgültig sein. Es ist aber wahrscheinlich, dass ab Montag in Bocholt ein Terminshopping stattfindet“, so Schmitt. Davon ging gestern auch Mechtild Hoffs, Vorsitzende der Bocholter Werbegemeinschaft, aus. „Ich möchte Herrn Laschet nicht vorgreifen, wir müssen abwarten, was beschlossen wird“, so Hoffs. Sie betont aber, dass die hiesigen Einzelhändler gut auf Öffnungen vorbereitet sind.

Konkret hieße das ab Montag, dass die Kunden bei den Händlern anrufen und einen Termin zum Einkauf buchen können. „Einige Unternehmen wie Juwelier Schönicke oder das Schuhhaus Rekers beispielsweise haben bereits reagiert und bieten diese Möglichkeit auf ihren Webseiten an“, sagt Kerstin Schmitt. Wer wissen wolle, wer öffnet, solle einfach beim Händler seiner Wahl anrufen, rät sie. Die Stadtmarketing-Mitarbeiterin geht davon aus, dass alle Bocholter Geschäfte von der Chance auf Öffnung Gebrauch machen und ihren Kunden exklusiven Einkauf und Beratung anbieten.

Das denkt auch Ursula Kormann, Geschäftsführerin der Verkehrs- und Werbegemeinschaft (VWG) Rhede. „Die Unternehmen möchten ihre Ware präsentieren und die Kunden beraten. Aber ob diese Variante dem Handel wirklich hilft, sei dahingestellt“, so Kormann. Immerhin könnten die Händler so mit den Kunden in Kontakt bleiben. Den Effekt einer vollständigen Öffnung und zusätzlicher Veranstaltungen in der Stadt werde es natürlich nicht haben, bedauert die VWG-Geschäftsführerin.

„Unsere Geschäftsleute machen das Beste daraus. Viele haben ihre Telefonnummern gepostet und die Ware in den Schaufenstern mit Nummern versehen, sie geben Auswahlstücke mit und liefern teils sogar“, so Ursula Kormann. Was sie allerdings ärgere, sei die Ungleichbehandlung und die wachsenden Randsortimente bei den Discountern, „Die kleinen Geschäfte dürfen keine Kunden empfangen, aber bei den Discountern stehen die Leute in der Schlange. Und dort werden immer mehr Waren verkauft, die zu den Sortimenten der Einzelhändler zählen“, kritisiert Kormann und fügt hinzu: „Bei acht Discountern in Rhede, hat es der kleine Einzelhandel eh schon schwer genug.“

Trotz alledem, Leichtsinn in Bezug auf die Pandemie – da sind sich Hoffs, Schmitt und Kormann einig – gelte es zu vermeiden. „Der Handel ist bestens vorbereitet, mit Abstand, Masken, Desinfektionsspendern und Plexiglasscheiben“, so Kerstin Schmitt.