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Schutz gegen Langfinger

„Mein Rad wird schon nicht gestohlen“, diesen Gedanken sollten Fahrradbesitzer besser beiseite schieben und sich mit der Sicherung ihres Rades befassen.

Freitag, 31. Januar 2020 - 11:33 Uhr

von Viktoria Bobel

„Mein Rad wird schon nicht gestohlen“, diesen Gedanken sollten Fahrradbesitzer besser beiseite schieben und sich mit der Sicherung ihres Rades befassen.

© bob

„Ist das Schloss scharf gestellt, gibt es bei Bewegung laute Warnsignale und verschreckt Diebe“, erklärt Herbert Holtkamp.

Fast täglich werden in Bocholt und Umgebung Fahrräder gestohlen oder die Akkus aus Pedelecs, zum Teil gewaltsam, entwendet. Die Aufklärungsraten jedoch sind in diesen Fällen sehr gering.

Welche Schlösser sind zu empfehlen?

Dementsprechend ist es wichtig, sich bereits beim Kauf eines Fahrrads oder E-Bikes mit den verschiedenen Sicherungssystemen zu befassen. Auch Herbert Holtkamp, Obermeister der Zweiradmechaniker-Innung des Kreises Borken, bestätigt dies: „Nach dem Kauf des Rads ist die Sicherung das Wichtigste und mit einem guten Sicherungssystem kann man das Risiko eines Diebstahls senken.“

Weiterhin empfiehlt Holtkamp, ungefähr zehn bis 15 Prozent des Radwertes in ein Sicherungssystem zu investieren und sich über die verschiedenen Fahrradschlösser zu informieren.

Doch auf dem Markt gibt es unzählige Fahrradschlösser, welche halten Dieben stand? Der Experte rät vor allem zu Zollstockschlössern, auch unter dem Begriff Faltschloss bekannt, Steel-O-Flex-Schlössern und Bügelschlössern. Diese haben sich in Praxistests bewährt.

Neu auf dem Markt ist seit kurzer Zeit ein textiles Sicherungssystem. Das Schloss besteht aus widerstandsfähigen Hightech-Microfasern – aus diesem Grund wiegt es viel weniger, als die Schlösser aus Stahl – und zu knacken sei es weder mit einer Flex noch mit Feuer. „Wir haben es selbst versucht “, so Holtkamp und schmunzelt.

Zusätzlich sollten sich Rad-Besitzer überlegen, ihr Fahrrad beim Abstellen mit mehr als nur einem Sicherungssystem zu sichern. Denn mit je mehr Schlössern man sein Rad schützt, desto eher schreckt man mögliche Langfinger ab. Das kostet zwar etwas mehr Zeit, erspart aber im Vergleich zu einem Diebstahl sehr viel Ärger.

„Es besteht auch die Möglichkeit für mehrere Sicherheitsschlösser das gleiche Schlüsselsystem beim Hersteller zu bestellen“, erklärt Holtkamp – dadurch entfällt bei mehreren Schlössern schon einmal das Suchen nach dem passenden Schlüssel.

E-Bike Akku wenn möglich entnehmen

Weiterhin rät Holtkamp: „Wer sein Rad zum Beispiel an einer Laterne anschließt, vermeidet dadurch, dass das Rad weggetragen und verladen wird.“ Hierzu empfiehlt der Obermeister eine Kettenlänge von mindestens 120 Zentimetern, damit genug Spielraum und Flexibilität zur Sicherung gegeben ist.

Doch auch die Einzelteile des Fahrrads können leicht gesichert werden – denn auch Sättel sind beispielsweise beliebte Artikel bei Dieben. Hier bieten sich Achsmuttersicherungen an. Diese sind, so Holtkamp, in den Fachgeschäften zu bekommen und verringern das Risiko, dass einzelne Teile geklaut werden. Um die Verschraubungen zu öffnen, wird spezielles Werkzeug benötigt – und diesen Schlüssel bekommt nur der Kunde. Vergleichbar ist dieses System in etwa mit dem Security-Code, den auch Autobesitzer zum Codieren des Autoschlüssels erhalten.

Wenn möglich, rät der Innungsobermeister, entnehmen E-Bike-Besitzer am besten den Akku ihres Rades, wenn sie sich nicht sicher sind, dass das Rad diebstahlsicher abgestellt ist.

Auch wenn die Akkus gut zwei Kilogramm Gewicht haben – der Ärger, die Lauferei und die Kosten für eine Wiederbeschaffung sind weitaus höher..

Außerdem empfiehlt Holtkamp Radbesitzern sich ausreichend über Fahrrad- und E-Bike-Versicherungen zu informieren. Eine Versicherung schützt zwar nicht vor Diebstahl oder Vandalismus und bringt das eigene Fahrrad auch nicht zurück. Sie ersetzt allerdings den Geldwert und übernimmt je nach Versicherungsschutz Garantieleistungen – und dies je nach Versicherer – weltweit.

Die örtlichen Händler beraten individuell über die unterschiedlichen Sicherungsmöglichkeiten bei Fahrrädern und E-Bikes.

© Viktoria Bobel