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lokal & aktuell

Stiller Aufschrei

Gastronomen fürchten um ihre Existenz

Freitag, 15. Mai 2020 - 15:45 Uhr

von Christian Vosgröne

Die Stadt Bocholt will sich mit einem Schreiben an die nordrhein-westfälische Landesregierung wenden, um auf die coronabedingte Situation der Gastronomiebetriebe aufmerksam zu machen. Das sagte Thomas Waschki, Erster Stadtrat, am Freitag am Rande einer Demonstration vor dem provisorischen Rathaus an der Kaiser-Wilhelm-Straße den mehr als 50 protestierenden Gastronomen zu. Die Kommune selbst könne keine Rettungsschirme für einzelne Branchen aufspannen.

© Christian Vosgröne

Der Dehoga-Vorsitzende Timo Salomo (rechts) im Gespräch mit Thomas Waschki, Erster Stadtrat, am Rande der stillen Protestaktion.

Bürgermeister Peter Nebelo, der die Demo selbst nicht verfolgte, hatte zuvor einen städtischen Hilfsfonds für die angeschlagenen Restaurants, Kneipen und Hotels abgelehnt. Waschki lieferte dafür eine Erklärung: „Wir müssen ganz Bocholt betrachten, nicht nur die Gastronomie“, sagte er den Demonstranten rund um Timo Salomo, Vorsitzender des Hotel- und Gaststättenortsverbandes, und wies im gleichen Atemzug auf die durch die Pandemie entstandenen „massiven finanziellen Probleme“ des Einzelhandels, der Selbstständigen, Kosmetiksalons, Industrieunternehmen und Automobilzulieferer hin. Der Stadt fehlten die Mittel, um allen finanziell unter die Arme greifen zu können. Der richtige Ansprechpartner seien Land und Bund. Auf Landesebene seien weitere Rettungsschirme bereits im Gespräch, sagte Waschki.

Timo Salomo fürchtet um die Existenz zahlreicher Gaststätten. „Es sieht wirklich nicht gut aus“, pflichtete Ludger Dieckhues, Chef der Wirtschaftsförderungs- und Stadtmarketing-Gesellschaft, ihm bei, „aber wenn sich die Fronten weiter verhärten, hilft das auch keinem weiter.“ Der Dialog müsse aufrechterhalten werden, um Lösungen voranzutreiben.

Die Gastronomiebetriebe gehen davon aus, dass sie durch die verschärften Abstands- und Hygieneregeln nicht mehr kostendeckend arbeiten können. Daher fordern sie ein dafür ausreichend hohes Rettungsfondsvolumen.

© Christian Vosgröne

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Viele Gastronomen befürchten, wegen geringer Umsätze bereits nach wenigen Wochen wieder schließen zu müssen.FOTOS: Christian Vosgröne

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