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Vandalismus am Auto

Zerkratzter Lack, zerstochene Reifen, abgetretene Spiegel

Dienstag, 4. Februar 2020 - 14:32 Uhr

von Christian Vosgröne

Vollkasko-Versicherung kommt nicht für Reifenschäden auf.

© Christin Klose/dpa-mag

Ein verkohlter Kotflügel ist nur eine der ärgerlichen Erscheinungsformen von Vandalismus am Auto.

Rundum zerkratzt hat ein Bocholter am Sonntagmorgen sein Auto vorgefunden, das er am Freitag gegen 10 Uhr auf der Hohenhorster Straße abgestellt hatte. Besonders ärgerlich: Bereits vor rund drei Wochen hatten Unbekannte schon einmal seinen Wagen zerkratzt. Ähnliche Fälle gab es nach Angaben der Polizei in den vergangenen Wochen unter anderem am Melchiorweg, an der Sauerbruchstraße, Roonstraße und im Schlavenhorst. Den Tiernotruf traf der Vandalismus in jüngster Zeit besonders hart. Gleich mehrfach zerstachen unbekannte Täter die Reifen des Einsatzfahrzeugs.

Ein offenbar bundesweiter Trend: Die Werkstätten registrieren mehr solcher Reparaturaufträge. „Insgesamt beobachten wir eine Zunahme von Vandalismusschäden“, bestätigt Markus Herrmann von Bundesverband Fahrzeugaufbereitung (BFA), in dem Smart-Repair-Spezialisten organisiert sind. Die Palette an Beschädigungen ist groß. Darunter fallen mutwillige Lackkratzer, zerstochene Reifen, aber auch abgebrochene Antennen oder beschädigte Scheiben, wie Verkehrsrechtlerin Daniela Mielchen sagt. Sie rät, solche Fälle sofort anzuzeigen. Wer beispielsweise morgens zu seinem an der Straße geparkten Auto kommt und so einen Schaden feststellt, sollte umgehend Fotos machen und die Polizei verständigen.

Sören Heinze vom Auto Club Europa (ACE) nennt noch einen Grund fürs Einschalten der Polizei: Selbst wenn der Verursacher nicht ermittelt werden könne, sei es für die Schadensmeldung und -regulierung bei der Kfz-Versicherung von Vorteil. Abgedeckt sind die meisten Vandalismusschäden nur durch eine Vollkaskoversicherung. Zerstochene Reifen allerdings reguliert sie nicht. Glasschäden wie eine zerstörte Scheibe oder eine zertrümmerte Leuchten-Abdeckung übernimmt hingegen auch die Teilkasko.

Autofahrer sollten vor der Regulierung durch die Versicherung aber prüfen, wie hoch die Schadenssumme ist. „Bei geringfügigeren Schäden kann es sinnvoll sein, sie auf eigene Kosten zu beseitigen“, erklärt Mielchen, „denn die Erhöhung der Versicherungsprämie und die Zahlung der Selbstbeteiligung, die oft zwischen 150 und 300 Euro liegt, können sich letztlich teurer auswirken.“

Und wenn der Täter gefunden wird und man dessen Schuld nachweisen kann? Dann greife dessen Haftpflichtversicherung, so Mielchen. Ist der Täter nicht versichert, könne er haftbar gemacht werden – heißt: Man kann versuchen, Schadenersatz einzufordern.

Um Reparaturkosten zu senken, können Autofahrer nach den Möglichkeiten von Smart Repair fragen. „Oftmals ist es nicht notwendig, gleich den kompletten Kotflügel oder die ganze Motorhaube zu ersetzen, um kleine Dellen oder Kratzer zu entfernen“, erläutert Branchenvertreter Markus Herrmann.

Wer sein Auto öffentlich abstellt, kann es nur bedingt vor Vandalismus schützen. Sören Heinze vom ACE rät: „Man sollte seinen Wagen möglichst nicht an einsamen Orten parken.“ Dort laufen mögliche Täter weniger Gefahr, entdeckt zu werden. Ideal seien von Anwohnern gut einsehbare Parkflächen

Auch eine Video-Überwachung sei zuweilen hilfreich, schätzt Mielchen. Allerdings sei fraglich, ob solche Aufnahmen in einem Verfahren als Beweismittel zugelassen würden, so die Fachanwältin. Denn: „Grundsätzlich sieht der Bundesgerichtshof Videoaufzeichnungen von Dashcams als unzulässig an.“ (Az.: VI ZR 233/17).