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Voller Witz und Fantasie

Im Buchtipp stellt Claudia Alders heute das Kinderbuch „Parole Teetee“ vor

Freitag, 9. Oktober 2020 - 14:22 Uhr

von Claudia Alders

Ein „echter Schmöker“ – so lautet das Urteil der Expertin über das neue Buch von Antje Herden. Die Geschichte dreht sich vor allem um Freundschaft und Zusammenhalt.

In jeder Nachbarschaft sollte es eine Dame wie Teetee geben. Da sind sich die Kinder des Viertels einig. Etwas merkwürdig wirkt die sanfte Dame zwar schon: So scheint sie zum Beispiel immer im richtigen Moment aufzutauchen. Aber es ist ihre Tasche, die etwas Magisches an sich hat, die sie so besonders macht. Denn aus dieser zieht Teetee jedes Mal genau den Gegenstand, den man gerade gebrauchen könnte. Als könnte sie Gedanken lesen.

Dadurch entwickeln sich die tollsten Begebenheiten und Begegnungen. So wird aus einem Unglück schnell ein Gewinn für alle. Auf ihre leise Art bringt Dame Teetee die Menschen langsam einander näher. Das ist auch dringend nötig, denn die Menschen des Viertels sind zwar nicht unfreundlich zueinander, doch wirkliche Freundschaften gibt es hier nicht – nicht einmal unter den Kindern.

Aber urplötzlich schlägt diese positive Stimmung aller um und Traurigkeit macht sich unter den Bewohnern breit. Kann es ein Zufall sein, dass Dame Teetee genau jetzt verschwunden ist? Die Kinder, so unterschiedlich sie auch sind, machen sich große Sorgen und finden darin eine Gemeinsamkeit. Die Polizei kann und will ihnen nicht helfen – und so wird kurzerhand der kleine Lebensmittelladen um die Ecke zur Kommandozentrale umfunktioniert.

Parole Teetee hört man es von nun an durch die Straßen rufen, sobald die Kinder sich treffen – Emil und die Detektive lassen schön grüßen. Immer mehr Hinweise tauchen auf, dass Teetee nicht freiwillig verschwunden sein kann. Mithilfe ihrer Lehrerin und des Ladenbesitzers verfolgen die Kinder Teetees Spur bis zu einer alten verfallenen Villa. Welche Geheimnisse verbergen sich wohl hinter den knarzenden Türen des Hauses? Und können die Kinder der zauberhaften Dame Teetee helfen und sie rechtzeitig retten?

Parole Teetee ist eine moderne und liebevoll geschriebene Geschichte, die mit ihrem Charme an die Kinderbuchklassiker von Kästner und Co erinnert. Antje Herden zeichnet die Charaktere der sieben Hauptfiguren so unterschiedlich, dass ein jeder Leser schnell eine Identifikationsfigur findet und sich mit ihnen auf die spannende Suche begibt.

Die Kinder finden im Laufe der Geschichte nicht nur heraus, was es mit Teetees Verschwinden auf sich hat. Es zeigt sich auch, dass sie einander und ihre Mitmenschen oft völlig falsch eingeschätzt haben. Jeder der kleinen Detektive wächst an dem spannenden Abenteuer und lernt, für sich und seine neuen Freunde einzustehen. Denn was kann es als Kind, egal zu welcher Zeit, Wichtigeres geben, als gute Freunde? Parole Teetee ist ein echter Schmöker für alle ab neun Jahren und ganz bestimmt eines meiner Lieblingsbücher in diesem Herbst.

Antje Herden, geboren 1971, reiste nach dem Abitur zwei Jahre lang um die Welt. Es folgten ein Architekturstudium und weitere Auslandsaufenthalte. Im Anschluss machte sie sich als Redakteurin und als Schriftstellerin selbstständig. 2018 wurde Antje Herden mit dem Peter-Härtling-Preis ausgezeichnet. Sie lebt mit ihren beiden Kindern in Darmstadt.

Viel Spaß beim Lesen

wünscht Ihnen Claudia Alders Bibliothekarin der Stadtbibliothek Bocholt

Alle im StadtKurier vorgestellten Bücher können in der Stadtbibliothek, Hindenburgstraße 5, ausgeliehen werden: dienstags bis freitags von 10 bis 12 Uhr, dienstags und donnerstags von 14 bis 19 Uhr, mittwochs und freitags von 14 bis 18 Uhr sowie samstags von 10 bis 13 Uhr.