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Weniger Azubis

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Freitag, 12. Februar 2021 - 11:10 Uhr

von Christian Vosgröne

Im Kreis Borken ging die Zahl der neuen Ausbildungsverträge im Handwerk im Vergleich zum Vorjahr um 4,1 Prozent zurück.

© pictworks - stock.adobe.com

Im vergangenen Jahr haben die Handwerksbetriebe im Münsterland und in der Emscher-Lippe Region 5099 neue Auszubildende eingestellt. Das sind 333 weniger (minus 6,1 Prozent) als im Vorjahr, meldet die Handwerkskammer (HWK) Münster. HWK-Präsident Hans Hund betont: „Die Betriebe hätten gern mehr ausbildet.“

Trendberufe

bleiben gleich

Nach dem Ausfall der wichtigen Praktikumsphase im Frühjahr wegen des Coronavirus und der danach sehr eingeschränkten Möglichkeit zur Berufsorientierung in Schulen sei er über das relativ glimpfliche Ergebnis erleichtert, sagt Hans Hund. Im Sommer war die Zahl der Lehrverträge noch um 15 Prozent eingebrochen. Danach hat das Handwerk aufgeholt. „Die Betriebe und die Ausbildungsvermittler der Handwerkskammer haben sich insbesondere im Herbst ins Zeug gelegt, möglichst viele Schulabgänger für eine Ausbildung zu gewinnen“,

so Hund.

Ende des Jahres boten Handwerksunternehmen im Kammerbezirk noch 359 offene Plätze im Online-Lehrstellenportal der HWK an. Für 2021 sind schon zahlreiche Angebote veröffentlicht. Unversorgten Jugendlichen, die sich für eine Ausbildung im Handwerk interessieren, empfiehlt Hund, bis Sommer eine Einstiegsqualifizierung mit Berufsschule und Praxis oder ein längeres Praktikum zu absolvieren, um in eine spätere Ausbildung übernommen zu werden.

Von den neuen Lehrstellen in über 100 Handwerksberufen entfallen auf die Kreise Borken 1072 (minus 4,1 Prozent gegenüber 2019), Coesfeld 491 (minus 15,9 Prozent), Steinfurt 962 (minus 7,6 Prozent), Warendorf 504 (minus 6,8 Prozent) und Recklinghausen 958 (minus 5,1 Prozent) und auf die Städte Münster 577 (minus 2 Prozent), Bottrop 176 (plus 2,3 Prozent) und Gelsenkirchen 359 (minus 5,0 Prozent).

Die neuen Auszubildenden haben zu 42 Prozent einen Realschulabschluss. 30 Prozent kommen von der Hauptschule. 22 Prozent sind Abiturienten. Keinen Abschluss haben vier Prozent. Zwei Prozent besitzen einen Auslandsschulabschluss. 261 Lehrlinge (5,1 Prozent) stammen aus anerkannten Asylherkunftsländern. „Die Ausbildungsbetriebe nehmen mit ihrem Engagement für die Integration von Geflüchteten ins Berufsleben gesellschaftliche Verantwortung wahr. Gleichzeitig ergreifen sie die Möglichkeit, eine Fachkraft für die Zukunft zu gewinnen“, würdigt Hund.

Wie im Vorjahr gibt es die meisten weiblichen Auszubildenden in den Berufen Friseurin, Fachverkäuferin im Bäckerhandwerk und Kauffrau für Büromanagement. Ebenfalls unverändert lernen die meisten männlichen Auszubildenden die Gewerke Kraftfahrzeugmechatroniker, Elektroniker sowie Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik.