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Wenn Jung und Alt plaudern . . .

„Kleine Taten – große Wirkung“ im St.-Josef-Haus Dingden

Freitag, 24. Mai 2019 - 12:02 Uhr

von Christiane Schulz

. . . dann ist das Generationenprojekt von Studenten Universität Nijmegen ein Erfolg: Sie bringen Senioren und Kinder im Dingdener St.-Josef-Haus zusammen.

Foto: Privat

Die Senioren und die Vorschulkinder mit ihren Erziehern und den Studenten.

Die alte Puppe in der Hand weckt Erinnerungen bei der älteren Dame. Den Kindern um sie herum erzählt sie, dass sie selbst auch mal so eine zu Weihnachten bekommen hat und sich unheimlich gefreut und den ganzen Tag mit ihr gespielt habe. Schließlich wurde sie dann auch bald wieder weggepackt, denn das Geld war knapp und dann wurde sie im nächsten Jahr erneut geschenkt. Darüber staunen die Kleinen – auch über die anderen Dinge vor ihnen: alte Rollschuhe, eine Kaffeemühle, Hüte und Schmuck aus früherer Zeit.


Den Kindern von Früher erzählen

Die Dinge stammen aus einem großen Koffer mit der Aufschrift „Früher“, der auch optisch in die damalige Zeit passt. Dieser und der modernere Koffer daneben sind ein wichtiges Hilfsmittel des Projektes „Kleine Taten – große Wirkung“ das jetzt im Dingdener St.-Josef-Haus gestartet ist. Das Konzept des Projekts entwickelte eine Studentengruppe der Hochschule von Arnheim und Nijmegen. Ricarda Hetjens, Julie Kryschons, Benedikt Terhorst und Lana Verfürth studieren Sozialpädagogik – der Kontakt in das Dingdener Seniorenheim lag nahe, da Benedikt Terhorst dort seine Ausbildung zum Altenpfleger absolviert hat und neben dem Studium weiter dort arbeitet.

Das Projekt wurde daher in enger Absprache und großer Unterstützung der Verantwortlichen des St.-Josef-Hauses erarbeitet. Als Kooperationspartner war die katholische Kindertagesstätte St. Josef in Dingden schnell gewonnen – Leiterin Bernhild Bielefeld war von der innovativen Idee gleichermaßen angetan. Den Besuchen der 14 Kinder im Seniorenheim war eine vorbereitende Projektwoche in der Kita vorausgegangen.

Die Idee ist, dass die Senioren und die Vorschulkinder sich besser kennenlernen und die Generationen nachhaltig zusammengebracht werden. So lernen die Mädchen und Jungen nebenher viel über das Alter und das Dingdener Seniorenheim, die Älteren wiederum über das Leben der heutigen jüngeren Generation. Dabei hilft der zweite Koffer zum „Heute“. Den haben die Kindergartenkinder selbst gepackt mit einem Kuscheltier, Lego, Conny-Büchern und vielem mehr. „Die Gegenstände der jeweiligen Generation können jederzeit als Gesprächsimpulse eingesetzt werden“, erläutern die vier Projektentwickler. Genau das taten sie am ersten der drei Projekttage. Die Studenten packten die Koffer aus und regten so zum Plaudern an. Nach anfänglicher Schüchternheit entwickelten sich so Gespräche.

Am zweiten Projekttag stand mit Liedern, Sing- und Bewegungsspielen die Musik im Vordergrund. Von der ersten Zurückhaltung des Anfangs ist am dritten Besuchstag schon kaum mehr etwas zu spüren. Diesmal wird’s kreativ: Kinder und Senioren gestalten Mandalas.

Mit den drei Besuchstagen ist das Ganze aber noch nicht zu Ende: „Uns ist wichtig, dass dieser Kontakt der Generationen bleibt und in beiden Einrichtungen implementiert wird“, betonen die Studenten. Deswegen geht’s ab jetzt mit monatlichen Besuchen weiter. Und nach den Sommerferien sind die nächsten Vorschulkinder bei „Kleine Taten – große Wirkung“ dabei, die nach der Projektwoche zum Auftakt ein Jahr lang monatlich die ältere Generation besuchen.

Neben dem Kontakt der Generationen, spielt noch ein anderer Aspekt, an den man laut den vier Studenten nicht früh genug denken kann, inein: „Das Kind von heute ist vielleicht der Altenpfleger von morgen!“ Als dann zum Schluss wieder gemeinsam gesungen wird, ist die Stimmung sehr gut – und Kinder wie Senioren freuen sich schon auf das nächste Treffen.