Mit der Nutzung unserer Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Mehr Informationen. Verstanden
lokal & aktuell

Wie bunt darf‘s denn sein?

Wissen rund ums Osterei: Färben, Herkunft, Haltbarkeit

Freitag, 12. April 2019 - 11:26 Uhr

von Alexandra Knop

Nur noch eine Woche, dann steht das große Osterfest vor der Tür und überall werden Eier bunt gefärbt. Doch woher kommen sie – und wie lange halten Eier überhaupt?

Foto: AKZ-O

Das Osterfest naht und zu Hause wird farbenfroh dekoriert – bunte Ostereier gehören einfach dazu! Ob gefärbt oder bemalt – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt – jeder kann sich hier austoben. Viele Familien erinnern sich an alte Traditionen und färben die Eier wie ihre Mütter und Großmütter mit natürlichen Farbstoffen. Die Färbungen sind oft nicht so intensiv, aber dafür frei von Zusatzstoffen, die in Lebensmittelfarben enthalten sind, und es ist kinderleicht.


Und so

funktioniert’s

1. Vorbereitungen: Am besten Eier aus Biohaltung verwendung. Die Schale der Eier von freilaufenden Hühnern ist härter, daher zum Färben besser geeignet. Vor dem Färben sollten die Eier mit Essigwasser gereinigt werden, damit sie die Farbe besser annehmen. Weiße Eier eignen sich für hellere Farbtöne, braune Eier intensivieren die dunkleren Farbtöne. Vor dem Kochen sollten die Eier nicht angepiekst werden, denn so gelangt keine Farbe ins Innere und die Eier sind länger haltbar. Damit sie beim Kochen nicht aufplatzen, am besten vor dem Kochen bei Zimmertemperatur aufbewahren.

2. Farbsud erstellen: Der Sud von frischen Pflanzen, Tee, Kaffee oder Gemüse kann sofort verwendet werden. Rinden, Blätter und Beeren sollten erst einige Stunden einweichen und dann mindestens 30 Minuten aufgekocht werden.

Rote Farbe mit Rote Bete oder blaue Farbe mit Blaukraut: 500 Gramm des frischen, klein geschnittenen Gemüses in einem Liter Wasser für 30 bis 40 Minuten kochen. Anschließend das Färbewasser durchsieben. Gelbe Farbe mit Kurkuma oder Safran: drei bis vier Teelöffel für 30 Minuten in einem Liter Wasser einweichen und anschließend 30 Minuten kochen lassen. Grüne Farbe mit Holunderbeeren: 100 Gramm in einem Liter Wasser zwei Stunden einweichen und danach 30 bis 60 Minuten kochen. Anschließend das Färbewasser durchsieben.

3. Eier färben: Die Eier werden zehn Minuten gekocht und danach mit kaltem Wasser abgeschreckt werden. Die Eier sollten dann mindestens eine halbe Stunde in dem erkalteten Farbsud liegen. Zwischendurch die Eier mit einem Löffel herausholen und die Farbintensität prüfen. Um einen kräftigeren Farbton zu erhalten, ist bei manchen Farben eine Färbedauer von ein bis drei Stunden notwendig. Ein Farbbad über Nacht intensiviert das Ergebnis.

Ist die gewünschte Färbung erreicht, Eier zum Trocknen auf ein Küchentuch legen. Für einen intensiven Glanz kann man sie mit einem in Pflanzenöl getunkten Tuch ein oder einer Speckschwarte einreiben.


Auf Kennzeichnung achten

Doch woher kommen eigentlich die Eier? Die Kennzeichnung auf den Eiern gibt Aufschluss und ist EU-weit verbindlich geregelt. Jedes Ei sieht nicht mehr wie das andere aus, denn es trägt einen individuellen Stempel. Dieser informiert über die tatsächliche Herkunft des Eis und setzt sich aus drei Zeichenfolgen zusammen. Beispiel: 2-DE-0134501.

Die erste Ziffer verrät die Haltungsform: 0 - Ökologische Erzeugung, 1 - Freilandhaltung, 2 - Bodenhaltung, 3 - Käfighaltung. Die Buchstabenkombination zeigt das Herkunftsland zum Beispiel DE für Deutschland. Dann folgt die individuelle Legebetriebsnummer mit Stallnummer. Anhand der ersten beiden Ziffern der Legebetriebsnummer kann auf das Bundesland geschlossen werden, zum Beispiel 01 - Schleswig-Holstein oder 05 - Nordrhein-Westfalen. Die nachfolgenden Stellen verweisen direkt auf den konkreten Legebetrieb.

Auch die Verpackung der Hühnereier ist mit bestimmten Kennzeichnungen versehen und ermöglicht eine weitere Orientierung beim Einkauf. Die Kennnummer der Packstelle informiert über den Ort, an dem die Eier verpackt wurden. Neben der Zahl der verpackten Eier, Angaben zur Güte- und Gewichtsklasse und Art der Haltung der Legehennen ist natürlich das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) von entscheidender Bedeutung.


Wie lange hält ein Osterei frisch?

Bunte hartgekochte Eier halten sich im Kühlschrank zwei bis vier Wochen. Aber nur, wenn die Schale keine Risse hat. Denn sonst können Keime eindringen. Gefärbte Eier aus dem Supermarkt halten sogar meist noch länger, da die Farbe die Schale versiegelt.

Wer sich unsicher ist, ob ein Ei noch genießbar ist, erkennt dies am Geruch: Verdorbene Eier riechen stark nach Schwefel. Hat die Schale beim Kochen oder Färben Risse bekommen, kann es passieren, dass sich auch ein Teil des Eiweißes verfärbt. Das ist bei Lebensmittelfarbe gesundheitlich unbedenklich. Manche Eier haben auch eine blau-grüne Färbung am Eidotter. Sie entsteht, wenn Eier länger als 10 Minuten kochen und ist auch ungefährlich.

Rohe Eier halten sich ungekühlt bis zu 18 Tage. Anschließend muss das Ei in den Kühlschrank. Ist das Mindesthaltbarkeitsdatum, üblicherweise 28 Tage nach Legetag, abgelaufen, sind Eier aber nicht gleich ungenießbar. Aufschluss gibt der Wassertest: Erst wenn ein rohes Ei in einem Wasserglas oben schwimmt, ist es verdorben und sollte nicht mehr verzehrt werden.

Der StadtKurier wünscht viel Spaß beim Eierfärben.

Foto: PD