Mit der Nutzung unserer Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Mehr Informationen. Verstanden
lokal & aktuell

„Wir wollen helfen!“

Die Israhel-van-Meckenem-Realschule hat bald eigene Schulsanitäter

Freitag, 10. Mai 2019 - 10:15 Uhr

von Alexandra Knop

Was mit einer Erstausbildung in Erster Hilfe begonnen hat, setzen die Schüler nun auf dem Schulgelände der IvM fort.

Foto: Alexandra Knop

Kommt es demnächst auf dem Gelände der Israhel-van-Meckenem Realschule (IvM) zu einem Unfall oder einer Verletzung, können die frisch ausgebildeten Schulsanitäter helfen. Denn ab dem Sommer engagieren sich die speziell ausgebildeten Schüler und können dort Erste Hilfe leisten, wo diese benötigt wird.

Die Idee entstand nach einer erfolgreichen Erstausbildung in Erste Hilfe der sechsten Klassen im vergangenen Herbst. Jonathan Rennecke, selber Rettungsassistent in der Notfallrettung und Ausbilder für Erste Hilfe („Helden wie DU“) brachte den Schülern unter dem Motto „Keine Angst vorm Helfen“ das Thema Erste Hilfe so anschaulich und spielerisch bei, dass die Schüler nach den fünf Stunden Unterricht traurig waren, dass der Kurs schon vorbei war.


Keine Angst vorm Helfen haben

„Ich möchte den Menschen, egal welchen Alters die Angst nehmen, im Notfall etwas zu machen. Das Schlimmste, was passieren kann, ist das, dass gar nichts unternommen wird. Selbst fünfjährige Kita-Kinder können die stabile Seitenlage anwenden oder einen Verband anlegen“, erzählt der Familienvater.

Und auch für den IvM-Schulleiter Marcus Risthaus und seine Kollegen ist das Thema Erste Hilfe sehr wichtig. Deshalb bekommen alle sechsten Klassen ab jetzt einmal im Jahr die Erstausbildung von Jonathan Rennecke. Bei der längerfristigen Kooperation geht es darum, bereits die jüngeren Schüler mit diesem Thema zu konfrontieren und ihnen klar zu machen, dass Helfen gar nicht schwer ist. Auch der regelmäßige und immer wiederkehrende Kontakt mit diesem Thema hilft, um sich an grundlegende Dinge zu erinnern – sei es im Notfall, oder wenn der Erste-Hilfe-Schein für den Führerschein ansteht.

„Bei den Schülern der zehnten Klasse bieten wir den Erste-Hilfe-Kurs auch in Hinblick auf den Führerschein schon länger an. Hier nehmen immer 100 Prozent der Schüler daran teil, sodass der Kurs schon zu einem gemeinsamen Klassenerlebnis wird, denn der Klassenlehrer macht auch direkt mit“, erzählt der Schulleiter.

Damit die Erstausbildung der Sechsklässler etwas Nachhaltiges bewirkt, wurde nun ein Schulsanitätsdienst ins Leben gerufen. Aus den vier sechsten Klassen meldeten sich prompt 28 Schüler, die sich zum Schulsanitäter weiterbilden lassen möchten.

Hierfür bekommen die Freiwilligen fünf Unterrichtseinheiten vom Jugendrotkreuz aus Bocholt, bei denen es vornehmlich um schulische Belange geht. Was könnten zum Beispiel für Unfälle auf dem Schulgelände passieren.

Nach den Sommerferien geht es los und die Schüler werden mit speziellen Shirts, Handys und Erste-Hilfe-Koffern ausgestattet um vor Ort schnell helfen zu können. „Wichtig ist, dass unsere Schulsanitäter auch erkennen, ob es jemandem schlecht geht und ob sie selber in der Lage sind, zu helfen oder lieber einen Lehrer oder den Notdienst rufen“, erklären Klaus Arens und Ermin Dedic, die sich sehr über das Engagement ihrer Schüler freuen.


Verantwortung übernehmen

Auch von Jonathan Rennecke bekommen die Freiwilligen viel Lob, und Marcus Risthaus betont: „Es ist schön zu sehen, dass sich junge Leute engagieren und wir Hand in Hand zusammenarbeiten, denn dann können Leben gerettet werden“, erzählt er aus eigener Erfahrung.

Für die zukünftigen Schulsanitäter steht eindeutig das Helfen-Wollen und -Können im Vordergrund, nicht nur auf dem Schulhof, auch in der Freizeit. Und so sehen sie in der Weiterbildung einstimmig eine Bereicherung für ihr späteres Leben – auch hinsichtlich einer möglichen Berufswahl in diesem Bereich.

Aber eines interessierte die Schüler dann doch sehr, nämlich ob auch die Lehrer fit in Erste Hilfe seien? Diese Frage konnte Marcus Risthaus mit seinen Kollegen mit gutem Gewissen positiv beantworten, denn auch die Lehrer der IvM erhalten regelmäßig Schulungen.

Foto: Alexandra Knop

Noel und Konstantin sind auch dabei.

Foto: Alexandra Knop

Marcus Risthaus (links) und Jonathan Rennecke freuen sich auf die gemeinsame Zusammenarbeit.

Foto: Alexandra Knop

Sophie, Lana, Kayrah und Suri möchten im Notfall ihren Mitmenschen helfen können (von links).