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Wirtschaft

Ein meisterliches Lebenswerk

Goldener Meisterbrief für Klemens Krasenbrink

Dienstag, 4. September 2018 - 15:37 Uhr

von von Christian Vosgröne

„Nicht immer gleich zum Sperrmüll tragen, lieber erst den Fachmann fragen.“

Foto: Christian Vosgröne

Mitarbeiter und Weggefährten freuen sich mit Rosi und Klemens Krasenbrink (Mitte): (von links) Christoph Bruns, Gudrun und Georg Krasenbrink, Marcel ten Grotenhuis, Kathrin Krasenbrink, Thomas Krasenbrink (unten), Detlef Lebbing, Christina Holtschlak, Eva Schmeinck und Liane Silheim.

Heute geschlossen“ prangt auf einem Aushang an der Eingangstür der Firma Raumausstattung Krasenbrink. Unter einem Pavillon neben den Geschäftsräumen an der Münsterstraße haben sich Mitarbeiter und Familienmitglieder versammelt, um mit einem Grillfest jenes Ehepaar zu ehren, bei dem alle Fäden zusammenlaufen: Firmengründer Klemens Krasenbrink, dessen erfolgreich bestandene Meisterprüfung an diesem 3. September 2018 exakt 50 Jahre zurückliegt, und seine Frau Resi, die ebenfalls viel Herzblut und Arbeit in das gemeinsame Lebenswerk investiert hat.

Unter den Gratulanten zum „Goldenen Meisterbrief“ ist auch der Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Borken, Christoph Bruns, der in seiner Ansprache auf das jahrzehntelange Engagement des heute 86-Jährigen eingeht, Bruns erinnert an Krasenbrinks Rolle als stellvertretender Obermeister und Mitglied des Gesellenprüfungsausschusses in den 1970er-Jahren, an positive wie negative Entwicklungen im Raumausstatterhandwerk, an die gelungene Betriebsübergabe an den ältesten Sohn Gregor Krasenbrink im Jahr 1997, der selbst seit 40 Jahren den Meisterbrief in der Tasche hat, und er spricht von einer spürbaren Menschlichkeit, die das Bocholter Familienunternehmen präge.

Seinen Blick richtet er auf Detlef Lebbing, der bereits seit 48 Jahren bei Raumausstattung Krasenbrink angestellt ist. „Wenn Sie sich nicht wohl- und wertgeschätzt fühlen würden, wären Sie nicht so lange hier geblieben“, so Bruns. Lebbing bejaht dies mit einem Lächeln auf den Lippen.

Bruns Blick schweift um die zuhörenden Angehörigen und Mitarbeiter. „Im Vorgespräch haben Sie all ihre ehemaligen 18 Auszubildenden beim Namen nennen können. Sie sind Ihnen teils Jahrzehnte im Gedächtnis geblieben. Das zeigt: Bei Ihnen sind es keine Nummern, sondern Menschen, die hier gearbeitet und gelernt haben“, stellt er fest und verweist auf drei Lehrlinge, die selbst den Schritt in die Selbstständigkeit wagten und sich heute noch am Markt behaupten. „Sie haben mit Sorgfalt, Mühe und Weitblick ausgebildet. Das Handwerk lebt davon, dass die Fertigkeiten und Kenntnisse systematisch weitergegeben werden“, fährt Bruns fort.

Doch trotz des jüngsten Auftragsbooms bereite dem Raumausstatterhandwerk aktuell der Fachkräftemangel Sorgen. „Wir hatten zum 1. August keinen einzigen Lehrvertrag im gesamten Kreis Borken“, so das Oberhaupt der Kreishandwerkerschaft. Zum Beispiel in den Schulen müsse mehr geworben werden, ansonsten drohten langfristig Einbußen in puncto Qualität, Fortschritt und Innovation.

Weiterhin kämpfe die Kreishandwerkerschaft dafür, dass für die Selbstständigkeit etwa von Polsterern und Fliesenlegern wieder ein Meisterbrief vorausgesetzt wird. bis Weihnachten will sich das Bundeskebinnett mit diesem Thema beschäftigt haben“, so Bruns.

Mit einer Ode an ihren Großvater beschließt Kathrin Krasenbrink, die wie viele Familienmitglieder Aufgaben in dem Traditionsbetrieb übernimmt, den „offiziellen“ Teil des Festaktes zur Verleihung des goldenen Meisterbriefes an Klemens Krasenbrink. Für dessen Ausrichtung hatte insbesondere sie sich laut Resi Krasenbrink ins Zeug gelegt und die anderen Angehörigen mit ins Boot geholt.

„Heute, wenn man am Telefon sitzt, hört man immer noch die Kunden euer Motto der Polsterei zitieren: Nicht immer gleich zum Sperrmüll tragen, lieber erst den Fachmann fragen. Und getreu diesem Motto polstert ihr seit Jahren, Woche für Woche, mehrere tolle, qualitativ hochwertige Polsterstücke nach Wünschen der Kunden auf“, lobt Kathrin Krasenbrink auch das aktuelle Team rund um die zweite Generation, Gudrun und Georg Krasenbrink, die der Firma mit Gardinen und Sonnenschutzsystemen ein zweites Standbein aufgebaut hätten.

Mit den Worten „All diese Meisterwerke wären nichts ohne Wegbegleiter, die einem zur Seite stehen, wenn es gut, aber auch wenn es schlecht läuft. Mit denen man diskutieren, lachen, aber auch arbeiten kann. Heute können wir stolz auf diese, eure Firma zurückblicken, auf ein Lebenswerk“ beendet Kathrin Krasenbrink ihre bewegende Rede.