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Wirtschaft

Eine erfüllende Aufgabe

Berufsberaterin absolvierte Praktikum im Seniorenheim „Guter Hirte“

Freitag, 15. März 2019 - 10:30 Uhr

von Christiane Schulz

Foto: Agentur für Arbeit Bocholt

Claudia Emmerich von der Agentur für Arbeit kam auch mit den Bewohnern ins Gespräch. FOTO: Agentur für Arbeit Ahlen-Münster

Bocholt (pd/cs). In Pflege- und Gesundheitsberufen wird dringend Nachwuchs gesucht, denn aufgrund der alternden Bevölkerung sind mehr Menschen auf Pflege und Unterstützung angewiesen. Wenn Eignung und Interessen passen, berät die Berufsberatung der Agentur für Arbeit über die beruflichen Perspektiven in der Branche. Um sich selbst ein Bild von der Arbeit in der Altenpflege zu machen, absolvierte Berufsberaterin Claudia Emmerich von der Agentur für Arbeit Coesfeld ein Praktikum im Seniorenwohnheim Guter Hirte in Bocholt.


Großes Engagement

Um 6.30 Uhr stand Claudia Emmerich in einem Wohnbereich beim Guten Hirten. Sie begleitete das Pflegepersonal, ließ sich die Abläufe erklären und kam mit den älteren Herrschaften ins Gespräch. „Durch meinen Beruf wusste ich bereits eine Menge über die Arbeit eines Altenpflegers“, so die Berufsberaterin. „Ich bin begeistert, mit welchem Engagement, welcher Höflichkeit und mit wie viel Respekt die Menschen hier ihren Aufgaben nachgehen“, zeigte sich Emmerich beeindruckt. Sie merkte, dass die Bewohner im Altenwohnheim im Mittelpunkt stehen und das auf deren Wünsche eingegangen wird. Das sei auch Ziel und Philosophie beim Guten Hirten, betonte Hausleiter Johannes Tepaße: „Wir möchten die Wünsche unserer Bewohner möglichst berücksichtigen, schließlich ist das hier nun ihr Zuhause.“

Für die Beraterin ist an diesem Tag eines sehr deutlich geworden: „Die Arbeit in der Altenpflege ist keine leichte, aber sehr erfüllende Aufgabe.“ Das bestätigte auch Renate Happel, Pflegedienstleiterin beim Guten Hirten: „Nach wie vor ist die Altenpflege mein Traumberuf.“ Sie bedauert aber, dass er nicht immer als so attraktiv wahrgenommen wird: „Wochenend- und Schichtdienste schrecken viele ab. In der Praxis zeigt sich, dass der Schichtdienst auch Vorteile hat, weil man tagsüber mehr Privates erledigen kann als in anderen Jobs.“

Hausleiter Tepaße sieht Handlungsbedarf bei der Belastung der Mitarbeiter: „Der Kostendruck in den Einrichtungen sorgt leider immer für eine gewisse Personalknappheit.“ Gleichzeitig machte er aber deutlich, dass die Bezahlung gut sei: „Wir zahlen voll nach dem Tarif unseres Wohlfahrtsverbandes.“

Renate Happel unterstrich, dass eine Tätigkeit in der Altenpflege viel Freude machen kann: „Es gibt wenige Menschen, die diesen Beruf verlassen, weil sie keine Lust mehr auf die Tätigkeit haben.“

Für Claudia Emmerich bestätigte sich dies während ihres Praktikumstages. Jungen Menschen gibt sie in der Beratung immer den Tipp, sich im Rahmen eines Praktikums ein Bild vom Arbeitsalltag zu machen. „Die eigenen Eindrücke im Praktikum sind etwas ganz anderes, als die theoretischen Beschreibungen, die ich in meiner Beratung geben kann.“